Herzogenrath: Euregionales Begegnungsfest wird zur Wasserschlacht

Herzogenrath: Euregionales Begegnungsfest wird zur Wasserschlacht

Es hatte ein bisschen was von CHIO, nur ohne Pferde. Die Veranstalter schauten beschwörend in den Himmel und verbreiteten Zweckoptimismus („Hört bestimmt gleich auf”), während eine Gruppe mit Regenschirmen Parcoursbegehung machte.

Zum dritten Mal hieß es rund ums Nell-Breuning-Haus (NBH) „Spiel ohne Grenzen - Spel zonder Grenzen” - und da scheint das Nass von oben genauso dazuzugehören wie beim Aachener Reitturnier. „Wir hatten jedes Mal einen anderen Termin, daran kann es also nicht liegen”, erklärte NBH-Chef Leo Jansen lachend.

Die gute Laune ließ sich keiner nehmen. Mit viel Spaß und Einsatzbereitschaft stürzten sich die 23 Teams in den Fun-Wettkampf. Das bunte Teilnehmerfeld setzte sich aus vielen „Wiederholungstätern” wie dem Mitarbeiterteam des Aachener Uniklinikums, den Titelverteidigern der THW-Ortsgruppe Herzogenrath oder dem Team des Gastgebers, des Nell-Breuning-Hauses, zusammen.

Und aus „Neulingen” wie dem Team der Kita Villa Kunterbunt oder dem der Piratenpartei der Städteregion Aachen sowie „Weitgereisten” wie zwei Nachbarschaftsgruppen aus Krefeld. Letztere hatten das Nell-Breuning-Haus über ein Familienseminar kennengelernt und fanden die Idee so toll, dass sie gerne vom Niederrhein an die Wurm gekommen waren.

Vorgestellt hatten die Gruppen unter viel Applaus drei der vier Schirmherren, die Bürgermeister Christoph von den Driesch (Herzogenrath), Wolfgang Jungnitsch (Übach-Palenberg) und Raymond Vlecken (Landgraaf). Ihr Kerkrader Kollege Jos Som schaute später vorbei. Dies unterstrich, dass es bei „Spiel ohne Grenzen” um mehr geht als um einen Tag Spiel und Spaß. Das euregionale Begegnungsfest soll vor allem dazu dienen, über die Grenzen hinweg Kontakte zu knüpfen, sei es zwischen Verwaltungen, Firmen, Vereinen oder einfach von Mensch zu Mensch.

Es ist Teil des trinationalen Projektes „Euregio-Networking ohne Grenzen 2010/2011”, zu dem sich das NBH mit Oikos (Eupen) und der Stichting Eurode 2000+ (Kerkrade) zusammengeschlossen hat und das im europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit das bürgerschaftliche Engagement in der Region in den Mittelpunkt stellt. Zwei Workshops im Februar und im September runden das Projekt ab.

Muskelkraft und Matsch

Für die Teams hieß es jedoch vor allem: Spaß haben - und schmutz- und wasserfest sein, denn der Regen hatte die Wiese in Matsch verwandelt und die großen hüpfburgähnlichen Stationen rutschig gemacht. „Das ist halt kein Schönheitswettbewerb”, stellte Geschäftsführerin Kirsten Haase trocken fest. Unter den Anfeuerungsrufen von Familie, Freunden und Kollegen gaben die Teams alles: Sie robbten durch enge Tunnel und kämpften sich mit einem Sandsack im Schlepptau eine glitschige Rutschbahn hinauf, um sie an der anderen Seite wieder hinunter zu schliddern.

Die ganze Frau und den ganzen Mann forderte auch die „Survival-Bahn”, die Klettern, Rutschen und durch Pfützen robben kombinierte. Beim „Fliegenden Teppich” war Muskelkraft gefragt, aber auch Köpfchen. Zwei Team-Mitglieder stellten sich auf eine Plane, zwei andere mussten sie ziehen. Das klappte nur, wenn die Gezogenen nicht nur die Leichtgewichte des Teams waren, sondern gleichzeitig genug Körperspannung hielten, sonst gab es eine wilde Purzelei. Sehr zum Spaß der Zuschauer.

Die kamen auch beim „Wasser-Katapult” auf ihre Kosten: Mit einer Art Schleuder wurden dabei Wasserbomben abgeschossen, die ein Teammitglied mit einem auf dem Kopf befestigten Eimer auffangen musste. Wer bis dahin trocken geblieben war, war er es danach nicht mehr.

Nachdem Wasser eine so zentrale Rolle gespielt hatte, war es fast folgerichtig, dass der Pokal 2011 an das Team „Waterboys”, eine Sportgruppe aus Alsdorf, ging. Silber und Bronze holten das Team der Villa Kunterbunt aus Herzogenrath und das Team der Logowerke aus Alsdorf. Nach der Siegerehrung wurde noch fröhlich zur Musik der Band „Just for Fun” gefeiert.

Den ganzen Tag über hatte es zudem ein Kinderprogramm mit Spielen und Clown gegeben, Wissenswertes über die Euregio inklusive Quiz sowie Essen und Trinken, so dass auch für die gesorgt war, die nicht aktiv dabei waren.

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