Würselen: Euregio-Kolleg: Lob für die Weitsicht der Gründerväter

Würselen: Euregio-Kolleg: Lob für die Weitsicht der Gründerväter

Die Bildungseinrichtung in Würselen feiert ihr 25-jähriges Bestehen: In der Zeit haben am Euregiokolleg mehr als 1900 Schüler ihr Abitur gemacht, mehr als 400 Absolventen verließen die Schule mit der Fachhochschulreife.

Sie alle wurden von 39 Lehrkräften begleitet, von 2 Sekretärinnen, einem Hausmeister „und einem unbesetzten Telefon mit Anrufbeantworter”, scherzte Franz-Josef Antwerpes, ehemaliger Regierungspräsident, der zum Jubiläum angereist war und das Auditorium in bekannter Weise kurzweilig begeisterte.

1985 wurde die Ersatzschule gegründet. Antwerpes, der die damalige Gründung begleitete, erinnerte sich an den Anfang der 80er Jahre, als der EBV seine Kohleförderung und so auch die Ausbildung einstellen wollte. „Da haben sich ein paar weitsichtige Leute aus Alsdorf, Würselen und Herzogenrath zusammengetan und einen Verein für die Allgemeine- und die Weiterbildung gegründet”, erinnerte der ehemalige Regierungspräsident. Der erste Vorsitzende der Schule war Martin Schulz, der ehemalige Bürgermeister von Würselen und heutige Chef der Sozialisten im EU-Parlament. Den Vorsitz der Schule übernahmen in den folgenden Jahren Karl-Heinz Dreßen, Adolf Lengersdorf und seit 2001 die Würselenerin Doris Harst.

Viele nette Seitenhiebe

„Es war später ein Gemeinschaftsunternehmen der SPD und der CDU aus den genannten Städten”, sagte Antwerpes, der die Weitsicht der Gründerväter lobte, die in einer Region, die vom Abbau von Arbeitsplätzen bedroht war, die Chancen der jungen Leute auf dem Arbeitsmarkt durch eine gute Bildung verbesserte.

Mit 75 Studierenden hatte die Schule angefangen. Am 22. Dezember 1988 wurden die ersten Abiturienten verabschiedet. „1990 folgte die Gründung der ersten Theater-AG, einem Vorläufer der Städteregion, Verzeihung, der Literaturkurse”, berichtigte sich Antwerpers augenzwinkernd in Richtung Städteregionsrat Helmut Etschenberg. Beide kennen sich aus früheren Zeiten, als Antwerpes noch nicht in Pension und Etschenberg noch Monschauer Stadtdirektor war. Beide gaben sich während der Feierlichkeiten des Euregiokollegs nett gemeinte Seitenhiebe, die für herzhafte Lacher sorgten. Beide waren die Schirmherren der Veranstaltung, die den Stellenwert der Bildung und der Weiterbildung in der Gesellschaft herausstellen sollte. Während Antwerpes hervorhob, dass das Euregiokolleg gezeigt habe, dass man Abitur nicht nur auf einem Gymnasium machen könne und dass es auch für diejenigen Menschen eine Chance sei, die keinen glatten Lebenslauf haben, betonte Städteregionsrat Etschenberg, „dass ich das Euregiokolleg immer gerne unterstützt habe”.

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