Nordkreis: Erst ein Snack, dann in die Verlängerung

Nordkreis: Erst ein Snack, dann in die Verlängerung

Obs schmeckt? Klar schmeckts. „Ist richtig lecker”, sagt Alica Beckers. An jedem Dienstag steht für die 15-jährige Realschülerin in Alsdorf-Ofden Nachmittagsunterricht auf dem Plan. Bevor es nach der sechsten Stunde in die Verlängerung geht, holt sie sich gerne einen Snack.

Heute ist es eine Portion Pommes Frites. „Die sind auch noch ganz günstig.” Einen Euro die Tüte, zehn Cent mehr für Ketchup oder Mayonnaise, „da kann man nicht meckern”. Eine gute halbe Stunde hat Alica Zeit, ihr Essen zu genießen, ein wenig zu entspannen oder sich auf den Nachmittagsunterricht vorzubereiten. Die Realschule in Ofden gehört im Nordkreis zu den wenigen weiterführenden Schulen, die bereits eine Mittagspause anbieten, wie das Landesschulministerium sie seit dem 1. Februar vorsieht.

Ohne großen Aufwand

„Wir haben versucht, das rasch und ohne allzu großen Aufwand umzusetzen”, sagt Schulleiter Peter Lambertz. Aufenthaltsräume, wie sie Schülern während der Mittagspause offen stehen sollen, ließen sich finden. Gleich neben der Lehrküche liegen nämlich Räume, die zur Mittagszeit ungenutzt sind. Das passt gut, denn die Lehrküche wird während der Pause zum Kurzzeit-Restaurant.

Dort rückt Roswitha Wirth schon morgens an. Mit dabei hat sie frische Zutaten und auch schon mal Soßen, die sie daheim vorbereitet hat. Als Betreiberin dieser kleinen Mensa hat sie gut zu tun. Zwar liegen in der Verkaufstheke, die während der beiden kleinen Schulpausen und während der Mittagspause vor die Tür zur Lehrküche geschoben wird, auch abgepackte Süßwaren, Getränketüten und andere Dinge, doch wird mittags alles frisch zubereitet.

Meist sind es Dinge, die den meisten Teenagern schmecken. „Es gibt Pastatage, Schnitzeltage, Pommestage. Auch mal Gyrostaschen oder Cheeseburger”, zählt Wirth auf. Schließlich muss sie ihre Gerichte ja auch verkaufen können. Salate und Gemüse finden sich daneben aber auch - und sie werden gern genommen. Mittlerweile kennt sie ihre Kunden und weiß, wer gern ein Croissant mit Salat bestellt oder wer es deftiger mag. „Das läuft hier alles prima. Die Schüler stellen sich ganz ruhig an, niemand drängelt.”

Viel ausgeglichener

So gefällt es auch dem Schulleiter. „Wir hatten befürchtet, dass das eine Hektik in den Schulbetrieb hineinbringt, wenn die Schüler mittags eine so lange Pause einlegen.” Das sei nicht passiert. Im Gegenteil: „In den folgenden Stunden sind sie viel ausgeglichener.” Eine ganze Stunde Pause, wie das Land sie eigentlich fordert, müsse es indes nicht sein. „Eine halbe Stunde ist ideal, zudem haben wir noch keine Angebote, um die übrige Zeit zu füllen.”

Das kann sich ändern: Spielmöglichkeiten, Sportangebote - darüber wird nachgedacht. Offen steht während der Pause jetzt die Schulbibliothek, die von einer Ein-Euro-Kraft betreut wird. „Es geht auch ohne viel Geld”, sagt Lambertz. Wenn der Förderverein etwas zuschießt oder andere Gelder zur Verfügung stehen, soll das Pausenangebot wachsen, sollen Räume verschönert werden. „Das wächst noch”, sagt Lambertz. „Hauptsache, dass es schon läuft.”