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Kerkrade: Entstehungsgeschichte der Abtei Rolduc in neuem Buch vorgestellt

Kerkrade : Entstehungsgeschichte der Abtei Rolduc in neuem Buch vorgestellt

Manchmal können Namen alleine bereits ganze Geschichten erzählen. Die Abtei Rolduc in Kerkrade ist ein Beispiel dafür, und sie zeugt von einer Historie, die über 900 Jahre in die Vergangenheit reicht. Daher hat der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz aus Köln einmal eine Ausnahme gemacht und sich erstmals einer Kulturstätte außerhalb der politischen Grenzen des Rheinlands zugewandt.

Herausgekommen ist dabei ein kleines Büchlein, das die Entstehungsgeschichte der Abtei Rolduc nacherzählt. „Der Anspruch unseres Vereins ist dabei immer, wissenschaftlich exakte, aber eben auch für Laien verständliche Kulturführer herauszugeben“, erklärte der Herausgeber Karl Peter Wiemer. Dazu, so ergänzte er, brauche es allerdings Leute mit fachlicher Expertise einerseits und der Fähigkeit zu verständlicher Ausdrucksweise andererseits. Einen Autor mit diesen Qualitäten hat der Verein schließlich in Gestalt von Klaus Hardering, dem Leiter des Kölner Dombauarchivs, gefunden.

Er, der sich schon früher in diversen wissenschaftlichen Arbeiten mit der Vergangenheit der Abtei auseinandergesetzt hatte, zeichnet in dem Büchlein deren wechselvolle Geschichte nach. Wie verwoben diese mit dem Rheinland ist, zeigt etwa die Arbeit des Aachener Domkanonikers und Kirchenmalers Matthias Goebbels. Während fast zehn Jahren hatte sich der in Baesweiler geborene Künstler ab 1895 mit der Ausmalung der romanischen Kirche befasst, und sich dabei so manche künstlerische Freiheit erlaubt, wie Hardering schilderte.

„Bei vielen Malereien sieht man etwa ganz subtil die Stadt Köln im Hintergrund. Rolduc ist also ohne Zweifel eine sehr rheinländische Abtei.“

Grenzüberschreitend

Die Vorsitzende des Baesweiler Geschichtsvereins, Catharina Scholtens, befasst sich als Co-Autorin des Kulturführers unter anderem mit der Gründung der Abtei und der Herkunft ihres heutigen Namens. Dieser, erklärte sie, mache nämlich ebenfalls die grenzüberschreitende Verbundenheit mit dem Rheinland deutlich: Schließlich sei „Rolduc“ nichts anderes als die verkürzte Übersetzung der einstigen französischen Bezeichnung für Herzogenrath, „Rode-le-Duc“.

Es ist also nicht so verwegen, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, dass sich der Rheinische Verein auch an Kulturstätten wagt, die jenseits der heutigen Grenzen liegen. Und der am Donnerstag in der Rokoko-Bibliothek von Rolduc vorgestellte Führer zeigt eindrucksvoll, was bei den Recherchen dazu Interessantes und Neues zutage gefördert wurde. Für drei Euro gibt es das 35 Seiten starke Büchlein ab sofort in diversen Buchhandlungen, in der Abtei Rolduc selbst oder im Internet zu kaufen auf www.rheinischer-verein.de.