Alsdorf: Entdeckungstour: So macht die Heimatkunde Kindern Spaß

Alsdorf: Entdeckungstour: So macht die Heimatkunde Kindern Spaß

Der große Traum vom Lehrerdasein hat sich für Toni André nicht erfüllt. Oder wie man jetzt wohl eher sagen muss: Der Mann hat einfach nur einen sehr, sehr langen Umweg dorthin genommen. Zwar war er professionell viele Jahrzehnte lang als Briefträger unterwegs, doch jüngst ist er doch noch in einem Klassenzimmer gelandet.

In der Grundschule an der Mariadorfer Poststraße hat der passionierte Heimatfreund und Mundartdichter die Viertklässler an seinem Wissen teilhaben lassen. „Die Mutter eines Schülers hatte mich gefragt, ob ich den Kindern nicht einmal ihre Heimat ein wenig näher bringen will.“ Und das wollte er, sehr sogar. „Ich wäre gern in einer Schule tätig gewesen, aber das hat sich nie ergeben.“ Dass er dort auch im hohen Alter eine Bereicherung ist, hat sich jetzt gezeigt.

Regelrecht gelöchert

Rund um die Schule ist er mit den Kindern gezogen, vom Dreieck über die Querstraße bis zum Sportplatz. Besondere Wegmarken, Gebäude und andere Dinge mehr hat er den Kindern vorgestellt. Hat sie das interessiert?

„Und ob“, sagt Toni André, „die haben mich mit Fragen regelrecht gelöchert“. Wo kommt das her? Warum steht das da? Richtig wissbegierig waren die Kleinen und er hat die Fragen ohne große Schwierigkeit beantworten können. „Auch die heutigen Kinder und die Jugend interessieren sich noch für Geschichte“, ist er sich sicher, „man muss es nur kindgerecht rüberbringen“.

Das hat er jüngst bei einem zweiten Besuch in der Schule mit vielen alten Bildern getan. Und weitere sollen folgen. Im Frühjahr will er mit den Viertklässlern eine weitere Runde durch den Ort drehen und womöglich auch in kommenden Jahren die Grundschule besuchen. Appetit hat die Premiere als Lehrer jedenfalls geweckt. Und für den Dialekt hat er ganz nebenbei auch noch fleißig geworben.

„Ich hab‘ die Kinder gefragt, welches von ihnen noch Mariadorfer Platt verstehen kann.“ Und da seien acht Finger nach oben geschnellt. Keine allzu schlechte Quote bei gut 50 Kindern aus den zwei Klassen. Dass ein paar auch heute noch die Sprache seiner Kindheit sprechen, hat Toni André sehr gefreut. Dass es künftig womöglich noch ein paar mehr werden, wird er als neuer „Lehrer“ sicher gerne fördern.

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