Baesweiler: Energetische Sanierung steht auf der Agenda

Baesweiler: Energetische Sanierung steht auf der Agenda

Einen großen Bogen spannte Reiner Priggen, um zu erklären, warum energetische Sanierung so wichtig ist.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Düsseldorfer Landtag verwies auf die anstehende Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban, um den Stellenwert der Energieeinsparung herauszustellen. Jede Kommune müsse ihren Teil dazu beitragen.

Bei einem Besuch in Baesweiler erklärte Priggen, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die richtigen Schritte ergriffen hätten: „Man hat den Gebäudebestand schon seit Langem im Blick. Die Schwachstellen ist man mit energetischer Sanierung angegangen.”

Die Verwaltung hatte den städtischen Gebäudebestand analysiert und die 20 größten „Energiefresser” identifiziert. „Das Gymnasium stand ganz oben auf dieser Liste”, erklärte Peter Strauch, Erster und Technischer Beigeordneter Baesweilers.

„Es ist bemerkenswert”

Rund 10 Millionen Euro fließen in die Sanierung des Gebäudekomplexes. 7,2 Millionen werden davon für die energetische Sanierung aufgebracht. Die Baumaßnahmen zur effizienteren Energienutzung werden zu zwei Dritteln mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket I gefördert. Die Sanierung trägt nicht nur zur Umweltfreundlichkeit des Gymnasiums bei. Sie spart langfristig auch eine Menge Geld.

Wenn die Baummaßnahmen abgeschlossen sind, soll sich der Energiebedarf der Schule um 90 Prozent verringern. Dazu trägt auch eine Lüftungsanalage bei, die mittels Wärmerückgewinnung für minimalen Energieeinsatz sorgt. 85 Prozent der Wärme, die etwa durch die Schüler im Gebäude ist, könne durch die Technik zurückgewonnen werden. Die restliche benötigte Heizwärme soll weitgehend durch Geothermie abgedeckt werden. Bisher hatte das Gymnasium Energiekosten von rund 180 000 bis 200 000 jährlich.

„Nun sind wir Vorreiter. Wir haben ein Schulgebäude aus den 1970er Jahren zum Passivhaus umgebaut”, erklärte Bürgermeister Dr. Willi Linkens beim Besuch des Landespolitikers. Das „Mammut-Projekt” sei „zukunftsweisend”.

Priggen lobte, dass ein solches Projekt „in einem ländlichen Raum angeschoben” werde. „Es ist bemerkenswert, dass so etwas in einer Kleinstadt entsteht, nicht in Köln oder im Ruhrgebiet.” Und das mit einem innovativen Planungsbüro (Rongen Architekten), das im ebenfalls kleinen Wassenberg sitzt.

Priggen und Linkens sind sich einig, dass es eine gerechtere Verteilung der Finanzen zwischen Bund und Kommunen geben müsse. Denn sonst seien viele Kommunen nicht in der Lage, ihre Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen. Linkens: „Das ist wirtschaftlich sinnvoll, aber es muss finanzierbar sein. Schlechter stehende Kommunen können sich so etwas nicht leisten, obwohl es für sie mittelfristig besonders wichtig wäre.”

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