Herzogenrath: Emotionaler Abschied einer engagierten Schulleiterin

Herzogenrath : Emotionaler Abschied einer engagierten Schulleiterin

Die Tränen hatte man sich für den Moment aufbewahrt, als allen Anwesenden klar wurde, dass es nun wirklich vorbei ist. Zur Verabschiedung von Schulleiterin Brigitte Jansen hatten die Organisatoren vom Städtischen Gymnasium Herzogenrath bis dato wahrlich nicht an Witz und Humor gespart.

Viele ehemalige Schüler, Kollegen, Weggefährten sowie natürlich das aktuelle Kollegium gaben sich in der Aula ein Stelldichein — genau dort, wo Jansen fast auf den Tag genau vor sechs Jahren ihren Einstieg feierte.

Von Seiten des Schulträgers bedauerte Bürgermeister Christoph den Abschied der Schulleiterin zutiefst: „Sie haben 2012 eine große Aufgabe, verbunden mit großer Verantwortung, übernommen und sehr gut gemeistert. Bei einem solchen Beruf kann man nach Feierabend wahrlich nicht einfach abschalten.“ Mit Jansen habe der Schulträger viele, von beiden Seiten engagierte Debatten geführt, die jedoch zu jedem Zeitpunkt von großem, gegenseitigem Respekt geprägt waren. „Harmonie war für Brigitte Jansen immer die erste Grundlage.“

In Bezug auf ihre musikalischen Errungenschaften am Gymnasium wünschte sich der Bürgermeister, dass diese Entwicklung in Herzogenrath nicht ins Stocken gerät. Die Entwicklung der Orchesterlandschaft am Gymnasium sei nur eins von vielen Argumenten, die Jansens geflügelte Worte von ihrem Amtsantritt unterstreichen: „Hier gehöre ich hin!“

Musikalisch zollten sowohl der Abi-Chor, Schulorchester und zahlreiche Solisten, als auch das schuleigene Lehrer-Orchester „Kollegium Musicum“ der scheidenden Chefin Respekt. Aus den Reihen der Elternpflegschaft verwendeten Britta Schwering und Ingo Klöcker eine ungewöhnliche Metapher: „Es bietet sich der Vergleich mit einer Hornisse an. Dies sind wehrhafte Tiere, die aber ausschließlich defensiv agieren zum Schutz ihrer Artgenossen. Für Sie stand der Schutz der Schüler und der Schulgemeinde immer an erster Stelle“, sagten Schwering und Klöcke.

Ein besonderes Bonbon hatte eine Gruppe von ehemaligen Schülern vorbereitet. In einem selbst gestalteten Filmbeitrag zeigten sie in aberwitziger Manier den fiktiven letzten Arbeitstag von Jansen an „ihrer“ Schule. Aus der „Ego-Shooter-Perspektive“ erlebt Jansen Abenteuer im Chemieraum, bekommt „gute“ Ratschläge von Kollegen für den Ruhestand und trifft an der Bushaltestelle ihren Mann Franz zum verdienten „Feierabendbierchen“.

Nachdem die Tränen zum Ende des offiziellen Teils schnell wieder getrocknet waren, konnten beim Sektempfang noch viele Anekdoten und Erinnerungen ausgetauscht werden. Von einem Ruhestand — soviel war den meisten Anwesenden klar — kann im Fall von Brigitte Jansen eigentlich nicht die Rede sein. Orchesterarbeit und Mitarbeit bei der Schularbeiterausbildung der Bezirksregierung Köln — zumindest in naher Zukunft wird das Thema Schule der scheidenden Direktorin noch einen erfüllten „Unruhestand“ bescheren.