Alsdorf: Elizaveta Kostyuk zu Gast: Russische Seele erklingt bei „ABBBA“

Alsdorf: Elizaveta Kostyuk zu Gast: Russische Seele erklingt bei „ABBBA“

Einen Höhepunkt in der interkulturellen Woche „anders? —cool!“ erlebten die Gäste im ABBBA Treff in Alsdorf. Ihre Gastgeberin war die 33-jährige Elizaveta Kostyuk, die vor 18 Jahren mit ihrer Familie aus Russland nach Deutschland kam.

In gemütlicher Atmosphäre schlüpfte die Künstlerin in zwei Rollen: „Lizusha, die Russin“ und „Svetlana Kalaschnikova“. Sie gab Lieder auf Deutsch, Englisch und Russisch zum Besten, bei denen alle im Publikum gern mitmachten. Elizaveta Kostyuk schien sehr entspannt und unterhielt die Zuschauer mit Leichtigkeit. Als Lizusha einige Lieder ihres Albums „Schnee im Herzen“ vorstellte, ging es vor allem um ernste Themen. In „Frei“ sang sie von „Gefühlstaubheit“ und zog das Publikum durch die sanften Gitarrenklänge und ihre zarte Stimme in ihren Bann.

Bei dem Lied „Fremd und verwandt“, das ihrer Schwester gewidmet ist, oder „Du liebst es bunt und ich bin das Schweigen“ stiegen einigen Zuhörern sogar Tränen in die Augen. Dann warf sich Lizusha ein Tuch über die Schultern, holte ihre „integrierte Balalaika“ raus und schlüpfte in die Rolle der Svetlana Kalaschnikova. Mit starkem russischem Akzent gab es nun eine „kleine logopädische Übung um das russische R zu lernen.“ Nach eher kläglichen Versuchen des Publikums schmeichelte Svetlana damit, wie sehr sie es bewundere, dass „die Deutschen jeden Blödsinn mitmachen“.

Mit russischen Klischees aufzuräumen, war ihr ein wichtiges Anliegen. Sie betonte: „Wenn eine russische Frau heiratet, dann niemals wegen den Papieren, sondern aus purer, bedingungsloser Liebe… zum Geld“. Kostyuk schuf eine ausgewogene Mischung aus ernsten Gefühlsthemen und charmanten Scherzhaftigkeiten und sprach dadurch die verschiedenen Geschmäcker im Publikum gleichermaßen an.

Im letzten Lied griff sie humorvoll deutsche Vorurteile auf und erzählte, wie integriert sie sei. Sie ginge beispielsweise „immer nur bei Grün über die Straße, selbst um drei Uhr nachts.“

(anco)
Mehr von Aachener Zeitung