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Herzogenrath: Elisabeth Schoenen legt Vorsitz des Behindertenforumsnieder

Herzogenrath : Elisabeth Schoenen legt Vorsitz des Behindertenforumsnieder

Eigentlich hatte sich Elisabeth Schoenen vorgenommen, das Behindertenforum nur solange zu leiten, bis einer der Betroffenen sich stark genug fühlt, diese Aufgabe zu übernehmen. Doch es kam anders.

„Es ist ein großes Problem für behinderte Menschen, ausreichend Zeit innerhalb eines Tagesablaufs mit den Therapien zu finden. Oft sind sie auch nicht so beweglich oder mobil oder benötigen Hilfe”, erklärt sie, warum sie schließlich zehn Jahre den Vorsitz innehatte.

Aus privaten Gründen hat sie sich nun zurückgezogen. Über 20 Stunden jeden Monat die 53-Jährige für das Forum investiert. Neben Vorbereitung und Leitung der Sitzungen des Arbeitskreises führte sie die Kasse und schrieb das Protokoll.

Repräsentative Aufgaben waren ebenfalls auf dem Tagesprogramm. Und stets stand Schoenen behinderten Menschen mit ihrem Rat zur Seite. Wo gibt es integrative Schulen? Wo Unterstützung? Oft war nur eine telefonische Auskunft nötig, teilweise besuchte sie die Ratsuchenden zu Hause.

„Gerade die Beratung kostet meist viel Zeit, da behinderte Menschen auch sehr mitteilungsbedürftig sind”, sagt Schoenen. Vieles hat das Forum, in dem sich neben Betroffenen auch Vertreter aus Politik und Verwaltung engagieren, erreicht.

„Die Kooperation mit der Stadt ist gut”, sagt Elisabeth Schoenen. So setzte sich das Gremium für Restkanten an den Fahrbahnen ein, damit sich blinde Menschen besser orientieren können.

„Ursprünglich sollten alle Bürgersteigkanten auf Null abgesenkt werden”, erläutert Schoenen. Öffentliche Gebäude für Behinderte zugänglich zu machen und sukzessive Behindertentoiletten einzurichten, auch daran arbeitet das Forum.

Elisabeth Schoenen wird auch weiterhin die Interessen der Behinderten als sachkundige Bürgerin im Sozialausschuss vertreten. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit dem Seniorenbeirat, da sich einige Belange der beiden Gremien überschneiden.

Eventuell will sich die Mutter zweier erwachsener Kinder jetzt auch in einem Kindergarten ehrenamtlich engagieren, etwa stundenweise als „Vorlesetante”, um einen Brückenschlag zwischen Jung und Alt zu schaffen.

Dass Anne Fink den Vorsitz des Behindertenforums übernommen hat, begrüßt Elisabeth Schonen: „Sie wird neuen Wind in das Gremium bringen.”