Alsdorf: Eine wahre Hitzeschlacht am Sankt-Castor-Haus

Alsdorf : Eine wahre Hitzeschlacht am Sankt-Castor-Haus

Am Dienstagmittag mussten die Betreuer endgültig vor der tropischen Hitzewelle dieser Tage „kapitulieren“. Das eigentlich angedachte Restprogramm der Ferienspiele Sankt Castor bis Freitag wurde über Bord geworfen — Improvisationstalent war gefragt.

Mit vereinten Kräften trugen Kinder wie Ehrenamtler alles zusammen, was nur im entferntesten mit Wasserspielen zu tun hatte. Aus dem Gelände rund um das Gemeindehaus wurde in wenigen Stunden die „Alsdorfer Aqua-World“.

„Es war definitiv zu heiß, um schweißtreibende Ausflüge oder Bastelprojekte weiter zu machen. Mit unserem Wasserpark konnten wir gleichzeitig für Abkühlung und einen großen Spaß sorgen“, zog Daniel Dammers, Verantwortlicher der „Kleinen Offenen Türe“ Sankt Castor, ein rundum positives Fazit des „Krisenmanagements“. Wasserrutschen, zahlreiche Pools, eine Wasserschaukel und ein beachtliches Arsenal an Wasserbomben hatte man gegen die Hitze in Stellung gebracht.

Zwei Wochen lang erlebten die insgesamt 66 Kinder zwischen acht und sechzehn Jahren einen unvergessliche Tage in den Sommerferien. Die fast schon traditionelle Kooperation mit der OGS Annapark (29 teilnehmende Kinder) wurde auch in diesem Sommer fortgesetzt. Dammers und seine 14 ehrenamtlichen Helfer sorgten ab acht Uhr morgens für das Wohlergehen der jungen Ferienspielgäste.

In Anlehnung an den Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ wollten die Betreuer mit den kleinen Gästen „in zehn Tagen rund ums Castor-Haus“ reisen. Sowohl die zahlreichen Facetten der Begegnungsstätte, als auch ein Einblick in die verschiedensten Kulturen und Orte dieser Erde sollten den Kindern näher gebracht werden. Mit viel Raffinesse kochten und backten sie eigene Gerichte, malten auf Leinwänden die Highlights ihrer „Weltreise“ und tobten sich auf dem Parcours des angrenzenden Kindergartens aus.

Für eine lange Reise braucht man freilich zuverlässige Fahrzeuge und Energiequellen. Mithilfe von simplem Klingeldraht und kleinen Motoren aus dem Bastelshop lernten die Kinder zusätzlich die Grundlagen der Elektrizität. Die selbst gebauten Solarfahrzeuge, Windkraftanlagen und Heißluftballons in Miniaturform nahmen die kleinen Physiker auch gleich mit als Andenken. Lediglich die konstruierten „Propellerfahrzeuge“ mussten zweckentfremdet werden. Sie dienten fortan als kühlende Mini-Ventilatoren.

Auch die Ausflüge trafen in diesem Jahr wieder gänzlich den Geschmack der Teilnehmer. Neben den schweißtreibenden Besuchen der Kohlscheider Trampolin-Halle, der Aachener Kletterhalle und dem „Adventure-Golf“ am Alsdorfer Weiher stand zusätzlich ein Besuch des Aquazoos in Düsseldorf an.

Weiter in der Luisenpassage

Dass die letzten vier Tage der Ferienspiele im kühlen Nass im Garten des Castor-Hauses verbracht wurden, störte niemanden mehr. Besonders dankbar war Dammers seinen jugendlichen Ehrenamtlern, die trotz der körperlichen Strapazen immer 110 Prozent für die Kinder gaben: „Ohne die Ehrenamtler geht gar nichts. Sie sind der Motor der Ferienspiele.“ Wer nach den zwei Wochen noch nicht genug hat, für den geht es in der dritten Ferienwoche nahtlos weiter. Wie in den Vorjahren kooperieren die Sankt-Castor-Ferienspiele wieder mit dem ABBBA-Quartier in der Luisenpassage. Heinz Wolke wird viele der Kinder wieder begrüßen dürfen.

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