Herzogenrath: Eine Reibfläche für die Fantasie des Betrachters

Herzogenrath: Eine Reibfläche für die Fantasie des Betrachters

Plakative Aussagen, die sich direkt erschließen: Das ist von den Bildern und Installationen des Künstlers Ton Slits aus Cadier en Keer bei Maastricht, der 1955 in Valkenburg geboren wurde, nicht zu erwarten.

Statt dessen präsentiert der Niederländern in den Räumen des Forums für Kunst und Kultur im Herzogenrather Eurode-Kulturbahnhof Werke, die dem Betrachter als Reibfläche für seine Fantasie dienen können.

Dass die Ausstellungsstücke das Vorstellungsvermögen der Kunstfreunde herausfordern, bedeutet nicht, dass diese Exponate unzugänglich sind. So hat Slits im größeren der beiden Räume im Bahnhof ein übermannshohes Gestell aufgebaut, dem Zöpfe aus Pferdehaar herunter hängen. Abstraktion und Natur finden hier zusammen. Und Rätsel trifft auf Klarheit.

Herzen und andere Gebilde

Das gilt für die Installation im anderen Saal mindestens ebenso stark. Wie einen Vorhang hängt Ton Slits hier serielle Reihe von Formen in den Raum. Kopffüßler glaubt der Betrachter zu erkennen, Herzen und andere Gebilde. Nichts ist hier sicher; nichts wirkt festgelegt. Alles ist Spiel - und könnte so sein oder etwas völlig Anderes. Beliebig wirkt nichts. Das ist das Überraschende.

Die schwarzen Gebilde strahlen etwas Zwingendes, etwas Magisches aus. In dieses Etwas hinein kann sich eine Geschichte schreiben, die keine Worte kennt oder braucht.

Das gilt auch für die Gemälde. Verzweigte Gebilde, die an Schaltpläne oder genetische Sequenzen erinnern, täuschen eine gewisse Funktionalität vor. Dennoch ist alles frei: Farbe und Formen überlagern immer wieder den Bildraum oder unterwandern ihn. Nichts ist eindeutig. Dennoch liegt in den Bildern alles klar zu Tage. Es will nur gefunden sein.

Die Ausstellung von Ton Slits im Herzogenrather Kulturbahnhof ist bis zum 2. August (auch während der Sommerferien) zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr.

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