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Alsdorf: Eine Halle voller Physik-Experimente

Alsdorf : Eine Halle voller Physik-Experimente

Die offiziellen Reder sind noch nicht verstummt, als es für die Experimentierwerkstatt am Dienstagmorgen ein ganz besonderes „Glückauf” gibt: Rund hundert Kinder machen sich vor der Alsdorfer Kraftzentrale laut bemerkbar.

Und demonstrieren damit symbolhaft, an wen sich der jüngste Spross des Bergbaumuseums Anna II wendet: an neugierige, wissbegierige und tatenlustige Kinder und Jugendliche.

Vage Idee

In rund einem Jahr ist aus der vagen Idee, die Ministerialdirigent Hans-Dieter Collinet vor geraumer Zeit ausgesprochen hat, eine beeindruckende Werkstatt mit 40 technischen und physikalischen Experimenten geworden. Der Ministerialdirigent aus dem Düsseldorfer Bauministerium hatte, darauf verweist Museumsvorsitzender Josef Kohnen, den Impuls gegeben, das entstehende Museum thematisch nicht allein auf die Kohle zu konzentrieren, sondern auf alle Energieformen auszuweiten. Und auf einen „Erlebnispfad Technik” auszuweiten.

Modelle hat Kohnen in Lüdenscheid, Bremerhaven und Flensburg entdeckt. Die „Phänomenta” macht dort neugierig auf Physik, die den Menschen im Alltag begegnet und oft nur unbewusst wahrgenomen wird. „Anpacken, mitmachen und selber erfahren stehen auch bei uns im Vordergrund”, erklärt Georg Kehren, der die Ausstellung organisiert und koordiniert hat, seinen Zuhörern. Er hat mit Hilfe vieler Privatpersonen und Organisationen vom Kolpingsbildungswerk, der Justizvollzugsanstalt Heinsberg bis zum VABW, einfache, aber nicht minder frappierende Experimente wie die Würfelstange oder die Da-Vinci-Brücke zusammen getragen.

Eine Brücke ist es auch, die den zwölfjährigen Khalid fasziniert. „Komm, ich zeige dir was”, lädt er kurz nach Georg Kehrens Ausführungen ein. „Weiche Brücke - harte Brücke´ ist die Holzkonstruktion überschrieben, die Khalid mit zwei Handgriffen und einem temperamentvollen Spaziergang über ihre Planken zum Schwingen bringt. Das gleiche Temperament beim Spaziergang über die vorn und hinten arretierte Brücke aufgebracht, verursacht nicht einmal das leiseste Erzittern.

Ball im Windkanal

Khalib strahlt wie viele der probierfreudigen Kinder aus der Buscher Grundschule, der Gesamtschule und der Hauptschule in Ost. Von dem Ball im Windkanal lassen sie sich fesseln, nicht zu schweigen vom Kettenlinienbogen, dessen Prinzip Maria, elf Jahre jung, ganz fix verstanden hat. Ohne Schrauben oder Klebstoff hält die Konstruktion - bis ein Erwachsener sie falsch anpackt. Maria nimmts gelassen. „Ich bau dir das schon wieder auf!”

Am Wochenende dürfen genau das viele tun, bei freiem Eintritt. Am Samstag und am Sonntag ist von 14 bis 18 Uhr ist „Tag der offenen Tür” in der Experimentierwerkstatt. An allen anderen Tagen sind Schulklassen nach Anmeldung (02404 558780) willkommen, samstags und sonntags ist von 14 bis 18 Uhr für alle Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro, für Kinder und Jugendliche zwei Euro.