Alsdorf: Einbruchserie in Alsdorf: Die Polizei hat neue Spuren

Alsdorf : Einbruchserie in Alsdorf: Die Polizei hat neue Spuren

Nachdem vor rund drei Wochen ein 30 Jahre alter Mann aus der Alsdorfer Drogenszene im Zusammenhang mit der Einbruchserie in Alsdorf festgenommen wurde, hat die Polizei jetzt Hinweise auf weitere Täter. Am Freitag hat das Landeskriminalamt den örtlichen Beamten mitgeteilt, dass es einen DNA-Treffer auf einer an einem Tatort entnommenen Probe gegeben habe.

Diese Spur führt in Richtung eines 31-jährigen Asylbewerbers, der sich in Alsdorf aufgehalten haben soll. Die Beamten konnten ihn jedoch bisher noch nicht ausfindig machen.

Eine weitere Spur führt zu einem anderen Asylbewerber, der in der Alsdorfer Drogenszene verkehren und sich zur Zeit noch in der Stadt aufhalten soll. „Wir statten dem Herrn zeitnah einen Besuch ab“, kündigte Kriminalhauptkommissar Christoph Kuhl vom Polizeipräsidium in Aachen jetzt bei einer Informationsveranstaltung zum Thema präventiver Einbruchsschutz in Alsdorf-Zopp an.

Ob die drei mutmaßlichen Täter zusammengearbeitet haben oder einzeln handelten, steht bisher nicht fest. „Aber ausschließen können wir nicht, dass sie ein Team waren, es ist wahrscheinlich, dass sie sich kannten“, sagte Kuhl.

22 Einbrüche seit Dezember

Doch das eigentliche Thema der Veranstaltung war ein anderes: Was kann man tun, um Einbrüche in die eigene Wohnung zu verhindern?

Zahlreiche Anwohner waren gekommen, teils verunsichert durch die ungewöhnlich hohe Anzahl an Einbrüchen in der Gegend in den vergangenen Monaten. Seit Dezember 2017 ist in Zopp zehnmal, in Duffesheide acht- und in Busch viermal eingebrochen worden.

„Die meisten Täter lassen erfahrungsgemäß von den Haustüren ab, wenn sie sich nicht innerhalb von drei Minuten Zutritt verschaffen können“, erläuterte Holger Kroth von der Abteilung Kriminalprävention und Opferschutz. Die Hauptzeit für Einbrüche sei zwischen 18 und 20 Uhr, zumeist in der dunklen Jahreszeit, erklärte er.

Sein Kollege Norbert Winkler führte in den elektronischen und technischen Einbruchsschutz ein und hatte direkt auch den ersten leicht umzusetzenden Tipp parat: „Sorgen Sie immer dafür, dass von außen nicht erkennbar ist, dass keiner zu Hause ist“, riet er. Zeitschaltuhren, die das Licht steuern, seien hier eine gute Option.

Auch Überfall- und Einbruchmeldeanlagen empfahl er — allerdings in Kooperation mit einem Sicherheitsdienst: „Sie müssen bereits im Vorfeld genau klären, was passiert, wenn die Anlage Alarm schlägt, wer sich darum kümmert und nachsieht, was dort los ist, denn Sie selbst sind ja nicht zu Hause.“ Ein Sicherheitsdienst informiere im Bedarfsfall die Polizei oder sehe selbst nach.

Bargeld und Schmuck waren ebenfalls Thema. Davon solle man möglichst wenig im Haus offen herumliegen lassen. Ein Tresor, der fest in der Wand verankert ist, sei eine probate Lösung. Denn dieser halte viele Täter davon ab, an derartige Wertgegenstände zu gelangen.

Da die meisten Einbrecher durch Fenster einsteigen, gab Winkler eine ausführliche Beschreibung, wie man bei einem Neubau die Wahl für das richtige Fenster trifft oder bei einem bestehenden Haus richtig nachrüstet.

„75 Prozent der Täter hebeln die Fenster oder Türen auf“, erklärte er. Schraubenzieher, Zangen und Keile seien das meistgenutzte Werkzeug. Weitere sechs Prozent schlagen einfach die Scheibe ein, greifen durch und entriegeln so Schlösser oder Fenster — Tendenz steigend.

Um Haus- und Wohnungseigentümer präventiv zu beraten, hat die Polizei eigens das Netzwerk „Zuhause sicher e.V.“ entwickelt. Nach einer polizeilichen Beratung folgt die handwerkliche Umsetzung durch speziell geschulte Fachbetriebe.

Sind im Anschluss alle Einbruchschutz-Ratschläge umgesetzt, und auch erforderliche Brandschutzmaßnahmen getroffen, erhalten die Eigentümer eine Plakette, die sie sichtbar an ihrem Haus anbringen können. So könnten Einbrecher häufig daran gehindert werden, überhaupt einen Versuch zu starten, in das Haus zu gelangen.

Augen aufhalten

Doch das „Allerwichtigste“, um Einbrüche überhaupt zu verhindern, sei ein wachsames Auge, sagte Winkler. „Wenn Ihnen Personen oder Fahrzeuge verdächtig vorkommen, scheuen Sie sich nicht, uns zu informieren“, so der eindringliche Rat des Polizeibeamten.

Erreichbar ist die Polizei in diesem Fall unter Telefon 0241/9577-0 oder im Notfall unter Telefon 110.

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