Alsdorf: Ein neuer Wohnpark für 40 Millionen Euro

Alsdorf : Ein neuer Wohnpark für 40 Millionen Euro

40 Millionen Euro „vergräbt“ Investor Raoul Pöhler da, wo ein Teil der ehemaligen Realschule Ofden noch steht. Ein generationenübergreifender Wohnpark soll auf dem Gelände entstehen. Der Abriss der alten Gebäude hat bereits begonnen. Er soll bis Frühjahr 2019 abgeschlossen, die ersten Wohnungen ab Herbst 2020 bezugsfertig sein.

Die Bagger sind in Bewegung und etliche Wände bereits zu Schutt zerkleinert. Die Multimillionen Euro, die in jüngster Zeit in neuen Wohnraum in Alsdorf investiert werden, lassen schließen: die Stadt boomt, zumindest als Wohnort. Nachdem in der vergangenen Woche der Spaten zum Auftakt des Baus von 60 Einfamilien- und sieben Mehrfamilienhäuser in Blumenrather Erde gestochen wurde, geht es in dieser Woche in Ofden weiter.

Die Grafiken zeigen, wie der neue Wohnpark aussehen soll. Investor Raoul Pöhler (Foto rechts unten, r.) und Bürgermeister Alfred Sonders verschaffen sich einen Eindruck von der Abrissarbeiten. Foto: Thomas Vogel; Grafiken: Syty/Mescherowsky Architekten. Foto: Thomas Vogel; Grafiken: Syty/Mescherowsky Architekten

In unmittelbarer Nähe zum Tierpark wird Pöhler, gebürtiger Alsdorfer, neun Mehrfamilienhäuser in den Hang bauen, die insgesamt 157 Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmeter Größe enthalten werden. Der Mietpreis werde sich voraussichtlich zwischen 10 und 11 Euro pro Quadratmeter bewegen, schätzt er. Alle Wohnungen sollen barrierefrei und damit altersgerecht ausgeführt werden.

Die Grafiken zeigen, wie der neue Wohnpark aussehen soll. Investor Raoul Pöhler (Foto rechts unten, r.) und Bürgermeister Alfred Sonders verschaffen sich einen Eindruck von der Abrissarbeiten. Foto: Thomas Vogel; Grafiken: Syty/Mescherowsky Architekten. Foto: Thomas Vogel

Im Sinne des Masterplans

Für die Stadt handelt es sich um ein Bauvorhaben, wie man es sich an dieser Stelle gewünscht hat, erklärte Bürgermeister Alfred Sonders im Zuge der Vorstellung des Projektes. Aus dem Masterplan „altersgerechtes Wohnen“ sei mit den Bürgern im Stadtteil ein eigener Masterplan für Ofden entwickelt worden, mit dem unter anderem der drohenden Überalterung Rechnung getragen werden soll. Der Stadtteil, der vom demografischen Wandel besonders betroffen ist, soll für junge Familien attraktiver und Möglichkeiten für altersgerechtes Wohnen geschaffen werden.

In diesem Zusammenhang ist bereits das ehemalige Ofdener Gymnasium, das wie die Realschule ins neue Kubiz gezogen ist, abgerissen worden. Auch auf diesem Gelände wird ein Wohngebiet entstehen. Die Vermarktung der Flächen soll im Herbst starten und schon jetzt gebe es mehr Bewerber als Grundstücke, sagte Sonders. Erschließung und Vermarktung betreibt dort die Alsdorfer Bauland GmbH, eine Tochtergesellschaft der Sparkassen Immobilien GmbH und der Stadt Alsdorf.

Autofreie Quartierswege

Was den neuen Wohnpark auf dem ehemaligen Realschulgelände betrifft, sind die Gestaltungspläne bereits gediehen. Die innere Erschließung wird über autofreie Quartierswege realisiert, neben Spielflächen für Kinder soll außerdem ein Stützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes auf das Gelände ziehen. Ein Quartiersmanager wird für die Bewohner jederzeit ansprechbar sein. Ihre Fahrzeuge können künftige Mieter in zwei Tiefgaragen parken, Besucher stellen Autos am Rande des Wohnparks ab.

Beim Abriss der alten Gebäude sei man auf Schadstoffe in nicht unerheblichem Maß gestoßen, sagte Pöhler, mit deren Entsorgung man das gleiche Unternehmen beauftragt habe, das auch schon die Schadstoffe beim Abriss des ehemaligen Gymnasiums auf dem Areal gegenüber entsorgt hatte. Es handle sich um Stoffe wie PCB, PAK oder geringe Mengen Asbest, die über festgelegte Verfahren entsorgt würden, erklärte der Aachener Architekt Gregor Mescherowsky, der den Wohnpark entworfen hat.

Baubeginn für April geplant

Die Turnhalle der ehemaligen Realschule und die Hausmeisterwohnung werden übrigens nicht abgerissen, sondern sollen weitergenutzt werden. Für sie hat sich ebenfalls ein neuer Besitzer gefunden. Die KG Scharwache übernimmt die Gebäude und will dort ein Zentrum für den karnevalistischen Tanzsport einrichten.

Kommenden April will der Investor mit Abriss und Vorbereitung des Areals so weit sein, um mit dem Bau beginnen zu können. Für Lärm und Dreck, die dabei entstünden, entschuldigte Pöhler sich ausdrücklich bereits im Vorfeld. Man wolle die Anwohner nicht über Gebühr belasten und richte bei der Bauleitung vor Ort eine Beschwerdestelle ein, an die sich jeder wenden könne. Die Vermietung der Wohnungen soll Ende 2019 starten.

Mehr von Aachener Zeitung