Ein Knirps will in die Bundesliga

Ein Knirps will in die Bundesliga

Setterich (an-o) - Mit neun Jahren ein ganz Großer zu sein - welcher Junge träumt nicht davon? Okan Aydin aus Setterich ist auf dem besten Weg. In der zweiten Saison spielt der quirlige Türke in der Jugend von Bayer 04 Leverkusen.

Ein Späher des Werksvereins hatte Okan im vergangenen Jahr zufällig beobachtet, als der pfiffige Nachwuchskicker für den SV 07 Setterich auf einem Turnier auf Torejagd ging. Nach mehreren Gesprächen war klar, dass der Schüler zu Bayer 04 Leverkusen wechseln würde. Seitdem fährt Papa Ozkan Aydin den Sohnemann mehrmals in der Woche zum Trainingsplatz des Bundesligisten.

Der selbstbewusste kleine Mann geht nach den Ferien ins vierte Schuljahr. Wo, das wissen seine Eltern noch nicht, denn der Verein hat seinem Vater in Leverkusen einen Job als Busfahrer besorgt. Was noch fehlt ist die passende Vierzimmerwohnung in der Nähe des Bayer-Geländes für Okan, dessen Eltern und die beiden Geschwister. Der Umzug ist bereits beschlossene Sache.

Natürlich ist Ozkan Aydin stolz auf seinen Filius. "Obwohl wir viel auf Achse sind, kommen meine beiden anderen Kinder und auch meine Frau nicht zu kurz", versichert der Familienvater und ergänzt: "Ich bin auf alle meine Kinder stolz und besonders auf meine Frau."

Das kann er auch, denn seitdem Okan in Leverkusen kickt, arbeitet sie in einer Schokoladenfabrik. Der Vater hat seinen Job gekündigt und fährt hin und wieder für ein Busunternehmen, damit er in der Woche mit seinem Sohn die 85 Kilometer in Richtung BayArena düsen kann. Mit dem Umzug soll sich das ändern.

Im Wohnzimmer der Aydins stehen Pokale und zahlreiche Fotos von Okan - mit den Profis von Bayer Leverkusen. Sein großes Vorbild ist natürlich Yildiray Bastürk. Wenn er in Setterich spielt, hat er selbstverständlich das Trikot mit der Zehn an.

Der talentierte Nachwuchskicker wohnt gerade einmal 20 Kilometer von Tivoli entfernt und sein früherer Trainer beim SV 07 Setterich, Michael Grotenrath, versichert, dass die Fähigkeiten von Okan schon früh zu erkennen waren. Mit einem Unterton Marke "Selbst schuld" sagt Ozkan Aydin, warum sein Sohn nach Leverkusen wechselte ist und nicht am Tivoli gelandet ist. "Ganz einfach Leverkusen war einfach schneller, am Tivoli hat man geschlafen."

Okan will unbedingt Profi werden. Jede freie Minute wird mit dem Ball gekickt. Am Wochenende ist er im Stadion und fiebert mit seinen Vorbildern. Irgendwann will er selbst einmal auf dem Rasen stehen. "Dann will ich gut spielen, Tore schießen und hoffe, dass die Fans mich lieb haben," grinst der Knirps.

Mit dem Lamborghini hat er auch schon sein späteres Traumauto auserkoren. Auf die Frage, wo die Familie da mitfahren soll, kommt postwendend die trockene Antwort: "Da muss ich mir halt noch eins kaufen. Hoffentlich klappt´s!"

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