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Herzogenrath: Ein Clown hat viele Gesichter

Herzogenrath : Ein Clown hat viele Gesichter

Wer in diesen Tagen das Nell-Breuning-Haus (NBH) in Herzogenrath betritt, wird gleich schelmisch angegrinst. Das liegt aber nicht daran, dass die Mitarbeiter sich eine neue Form der Begrüßung ausgedacht haben - vielmehr ziert eine Clownskulptur den Eingangsbereich und lächelt jeden, der eintritt, freundlich an.

Es ist längst nicht das einzige Clowngesicht, das das NBH momentan schmückt: Der Aachener Künstler Tim Strunk zeigt seine Werke in den nächsten drei Wochen. „Gesichter des Clowns” ist die Ausstellung überschrieben.

„Wir beschäftigen uns bereits seit einiger Zeit unter Bildungs- und Lerngesichtspunkten mit Clowns. Da passt diese Ausstellung natürlich wunderbar”, sagte Leo Jansen, Geschäftsführung des NBH, bei der Ausstellungseröffnung am Freitag. Erstmals aufmerksam wurde Jansen auf den Aachener Künstler im vergangenen Jahr: Bei der Kunstroute in Maastricht sah er Tim Strunks Werke, nahm Kontakt auf und lotste den 35-Jährigen nun nach Herzogenrath.

Gerne hat der Holzbildhauer die Einladung angenommen und seine Werke im NBH verteilt. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn fertigte Strunk ernstere Arbeiten an. „Ich möchte beim Betrachter Emotionen wecken, ohne, dass er lange nachdenken muss”, erklärt der Künstler sein Umschwenken auf die Clowns. Dabei schaue längst nicht jede seiner Skulpturen ausschließlich fröhlich drein, hat auch Leo Jansen beobachtet.

Tim Strunk arbeitet fast nur mit der Kettensäge und größtenteils mit Pappelholz, da dieses sehr witterungsbeständig sei. Hin und wieder verwendet er auch Holz von Obstbäumen. Durch die Arbeit mit der Kettensäge erhalten die Masken und Skulpturen eine besondere Oberflächenstruktur, „die ich in der Regel auch nicht mehr nacharbeite”, so der Künstler. Lediglich die Skulptur am Eingang, die den berühmten Clown Grock abbildet, hat der Künstler nachträglich den Feinschliff verpasst.

„Der Clown soll menschliche Züge haben”, sagt Tim Strunk. Durch die grobe Struktur würde er genau das erreichen.

Bis zum 10. August sind die Werke im Nell-Breuning-Haus zu sehen. Ein Besuch lohnt sich.