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Durchfallvirus grassiert im Krankenhaus

Durchfallvirus grassiert im Krankenhaus

Kreis Aachen. Erst erkrankten nur Patienten und Mitarbeiter der geriatrischen Abteilung, jetzt gibt es vereinzelt auch Meldungen von anderen Stationen.

Im Betriebsteil Marienhöhe des Medizinischen Zentrums (MZ) des Kreises Aachen in Würselen sind gehäuft Durchfallerkrankungen aufgetreten. Bislang haben sich etwa 60 Menschen mit dem so genannten Norovirus angesteckt.

Allein am Donnerstag wurden sieben Neuerkrankungen gemeldet, erklärte Dr. Cornelia Korteye vom Kreisgesundheitsamt auf Anfrage unserer Zeitung.

Das Norovirus ist hoch ansteckenden. Schon die Aufnahme von nur wenigen Erregern könne zu einer Durchfallerkrankung führen. „Die verläuft in der Regel aber relativ mild”, sagt Korteye.

Die Krankheitszeichen - allgemeines Unwohlsein, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall - gingen meist nach zwei bis drei Tagen zurück, auch ohne Medikamentengabe. Allerdings sind die Patienten auch nach Abklingen der Symptome noch für mindestens zwei Tage als infektiös einzustufen.

Übertragen werden Noroviren über so genannte Kontaktinfektionen, meist über verschmutzte Hände Sie können aber wohl auch über die Luft aufgenommen werden, etwa über Aerosole von Erbrochenem oder Ausscheidungen infizierter Patienten.

Das könnte erklären, weshalb sich solche Infektionen in Krankenhäusern und Altenheimen rasch ausbreiten. So genau wisse man das aber nicht, schränkt Korteye ein. Das Virus könne man erst seit etwa zwei Jahren richtig analysieren.

Ins MZ ist das Norovirus nach bisherigem Kenntnisstand durch einen Patienten gelangt, der mit Durchfall aufgenommen wurde. „Wichtig ist jetzt, die Infektionskette zu durchbrechen.” Und dazu hat das Krankenhaus in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt eine Reihe von Hygienemaßnahmen ergriffen.

So sind die erkrankten Patienten in der geriatrischen Abteilung isoliert worden, als ansteckungsgefährdet eingestufte Patienten wurden ebenfalls von den noch nicht Erkrankten getrennt. Die Pflegekräfte, die sich um die Patienten kümmern, müssen Schutzkittel, Mundschutz und Handschuhe tragen, der Abfall wird gesondert entsorgt und die Desinfektionsmaßnahmen werden verstärkt.

Konsequenz: Künftig wird jeder, der mit Durchfall ins Medizinische Zentrum eingeliefert wird, erst mal isoliert und auf den Erreger hin untersucht. Erst dann kommt er auf die normale Station.