Nordkreis: Dritte Bauphase der L223 läuft auf vollen Touren

Nordkreis : Dritte Bauphase der L223 läuft auf vollen Touren

„Durchfahrt verboten“ zeigt das runde Schild mit dem roten Rand eindeutig an. Doch der ältere Herr auf seinem Fahrrad steuert unverdrossen um die rotweißen Baken herum und rumpelt über die angenagte Asphaltschicht in Richtung Stadtmitte.

Neben der riesigen Straßenfräse ist noch genug Platz für ihn, hat er offenbar ungeachtet jeglicher Gefahren durch die geschäftig hin und herfahrenden Baufahrzeuge beschlossen. Auf der anderen Seite bleibt dem Fahrer einer schwarzen Limousine mit Heinsberger Kennzeichen, der ebenfalls frech um die Absperrungen herum gefahren war, indes nur noch übrig zu wenden. „Das erleben wir hier die ganze Zeit“, winkt einer der Arbeiter ab, „ist ja auch so schwer, ein Bauschild zu lesen...“

Unermüdlich: Meter für Meter schabt die mächtige Straßenfräse auf der Bardenberger Straße die alte Asphaltschicht von der Fahrbahn ab. Das Material wird per Fließband auf einen Lastwagen befördert und zur Mischanlage gefahren. Straßenlaternen, Ampel und Schilder sind abgebaut worden (Bild unten l.), ein Techniker der Enwor versorgt die Stromanschlüsse (Mitte). Unterdessen ist der Kreisverkehr an der K1 fast fertig und für den Verkehr freigegeben worden (r.). Foto: Beatrix Oprée

Phase drei im Zuge des Umbaus der Landesstraße 223 hat begonnen, der Bau des Kreisverkehrplatzes am Schulzentrum Bardenberger Straße. Exakt die sechs Wochen der Sommerferien sind dafür terminiert, danach muss das Schulzentrum wieder für alle erreichbar sein. Ein ehrgeiziger Zeitplan, der aber Arnd Meyer, Projektleiter beim Straßenbaulastträger Straßen.NRW nicht anficht. „Das kriegen wir hin“, stellt er im Gespräch mit unserer Zeitung zufrieden fest, voll im Zeitplan zu sein. „Es geht ja nicht anders.“

Unermüdlich: Meter für Meter schabt die mächtige Straßenfräse auf der Bardenberger Straße die alte Asphaltschicht von der Fahrbahn ab. Das Material wird per Fließband auf einen Lastwagen befördert und zur Mischanlage gefahren. Straßenlaternen, Ampel und Schilder sind abgebaut worden (Bild unten l.), ein Techniker der Enwor versorgt die Stromanschlüsse (Mitte). Unterdessen ist der Kreisverkehr an der K1 fast fertig und für den Verkehr freigegeben worden (r.). Foto: Beatrix Oprée

Danach aber seien die „Zwangstermine“ vorbei. Nichtsdestotrotz soll es natürlich zügig weitergehen mit dem Ausbau einer der wichtigsten Straßenverbindungen im Nordkreis. Bauphase 4, die den Fahrbahnausbau zwischen Schulzentrum und dem seit Montag befahrbaren Kreisverkehr an der K1 markiert, soll sukzessive folgen, was die Sperrung des entsprechenden Straßenabschnitts gegen Ende Juli zur Folge hat.

Unermüdlich: Meter für Meter schabt die mächtige Straßenfräse auf der Bardenberger Straße die alte Asphaltschicht von der Fahrbahn ab. Das Material wird per Fließband auf einen Lastwagen befördert und zur Mischanlage gefahren. Straßenlaternen, Ampel und Schilder sind abgebaut worden (Bild unten l.), ein Techniker der Enwor versorgt die Stromanschlüsse (Mitte). Unterdessen ist der Kreisverkehr an der K1 fast fertig und für den Verkehr freigegeben worden (r.). Foto: Jutta Geese

Zunächst aber wird mächtig gewerkelt auf dem Teilstück der Bardenberger Straße. In perfektem Zusammenspiel agieren der Steuermann an Bord der imposanten Fräsmaschine und der Fahrer des Lastwagens unmittelbar davor. Per Hubsignal koordiniert rückt das Fahrzeug-Duo Stück für Stück voran, damit das abgeschabte und aufgenommene Asphaltmaterial per Fließband sofort auf die Container-Ladefläche des Lkw gespukt werden kann.

Wasser und eine eingebaute Filterung sorgen dafür, dass die Staubentwicklung so gering wie möglich bleibt, wie der Polier der beauftragten Firma Strabag erläutert. Zwölf Zentimeter ist der Oberbau, aus „Decke“ und „Binder“ dick. Material, das in einem Asphaltmischwerk in der Städteregion aufbereitet wird, „und dann im Grunde wieder eingebaut wird“, wie der Polier weiter darlegt. Rund 1200 Tonnen müssen abtransportiert werden.

Bei der zweiten abzufräsenden Schicht handele es sich um teerhaltiges Material, das als besonders überwachungsbedürftig eingestuft sei und deswegen von einem Fachbetrieb entsorgt werde. „Teer wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Straßen eingebaut“, sagt er. 50 Fuhren à 25 Tonnen gilt es abzufahren, alleine auf dem Teilstück zwischen Schulzentrum und Haus Nummer 80. Exakt 237 Meter sind das, wie man auf dem Messrad noch ablesen kann, mit dem der Polier die Strecke noch am Freitag abgelaufen ist.

Diverse Ampel- und Laternenmasten sowie Straßenschilder liegen derweil mitsamt herausgebrochenen Betonsockeln im Bereich der Einmündung zum Parkplatz des Schulzentrums.

Ein Techniker der Enwor hockt in einem Loch im Straßenbegleitgrün, da, wo bis dato noch eine Laterne gestanden hatte. Sorgfältig isoliert er die Kabelenden ab, um diese dann „durchzuverbinden“ — damit die Laternen in Ruifer Benden etwa weiter leuchten. Das Neubaugebiet, das parallel zu den Straßenbauarbeiten auch weiter wächst, ist über die Ruifer Straße und den zur Bardenberger Straße abgebundenen Parkplatz des Schulzentrums erreichbar.

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Die Fahrer zweier PS-starker Traktoren beobachten das Geschehen, gerade ist für sie nichts zu tun. „Wir sind als Subunternehmen geordert worden, weil Trecker wendiger sind als Lastwagen“, erläutert einer der jungen Männer. Und geländegängiger. Das sei vor allem zupass gekommen, als es darum gegangen sei, zur Straße „Auf dem Kick“ hin eine Behelfszufahrt für Rettungsfahrzeuge anzulegen. „Für Lastwagen wäre der Untergrund zu weich und die Umgebung zu eng gewesen.“

Baustellenfahrplan der Aseag

Apropos Anbindung: Seit Sonntag bis voraussichtlich Frühjahr 2019 gilt der Baustellenfahrplan der Aseag für die Linie 21, die in den kommenden Monaten über Kohlscheid-Klinkheide umgeleitet wird, wodurch sich die Fahrtdauer je Richtung um rund 15 Minuten verlängert.

Falls es die Zeiten zulassen, so erläutert Aseag-Betriebsleiter Hermann Paetz, soll es eine Stichfahrt bis zum neuen Kreisverkehr K1/L 223 und der neuen Haltestelle „Vier-Jahres-Zeiten“ an der K1 geben. Seit Wochenbeginn verkehrt zudem montags bis freitags tagsüber halbstündlich ein Pendelbus zwischen Niederbardenberg-Kirche über Vier-Jahreszeiten (Schmiedstraße), Kamper Gracht, Wilhelmstein bis zum Bardenberger Krankenhaus.

„Die entsprechenden Fahrpläne“, so Paetz, „sind auch an den Haltestellen in Niederbardenberg ausgehängt.“