Alsdorf: Drei von zehn Familien zahlen zu viel beim Strom

Alsdorf: Drei von zehn Familien zahlen zu viel beim Strom

Drei von zehn Familien im Nordkreis zahlen beim Strom zu viel, wie die Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW jetzt erklärte. Stromkunden zu sensibilisieren ist das Ziel der landesweiten Aktion „Stromtarif wechseln — aber sicher!“, an der sich die Berater Dr. Timo Sachsen und Claudia Schmitz beteiligen.

„Verbraucher können viel Geld sparen, wenn sie aus der sogenannten Grundversorgung bei EWV oder Enwor in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Anbieter wechseln“, sagt Sachsen. Bequemlichkeit oder Unwissenheit seien oft die Gründe, warum jahrelang zu viel bezahlt werde. „Ein Vier-Personen-Haushalt kann als Kunde von Enwor rund 280 Euro im Jahr allein dadurch sparen, dass er in einen günstigeren Tarif beim selben Unternehmen wechselt“, sagt Sachsen. Oft reiche ein Anruf, um den Tarifwechsel anzustoßen.

Um bis zu 370 Euro jährlich verringerten sich die Kosten bei einem Neuvertrag mit einem anderen Anbieter, selbst wenn man nur sichere, verbraucherfreundliche Tarife in Betracht ziehe, sagt Sachsen: „Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie mit einer Kündigungsfrist von nur zwei Wochen wechseln können.“ Dies gelte für alle, die nie ausdrücklich einen Stromliefervertrag abgeschlossen haben und deshalb — quasi per Druck auf den Lichtschalter — automatisch in der sogenannten Grundversorgung seien. Bundesweit betreffe dies etwa jeden dritten Haushalt.

„Jeden Monat haben wir rund 60 Anfragen zum Energierecht und circa zehn zum Anbieterwechsel. Hinzu kommen Fragen rund um nicht verstandene Abschlagszahlungen und Jahresabrechnungen“, erklärt Beraterin Claudia Schmitz. Sie und ihre Kollegen halten eine Vergleichstabelle bereit.

„Es geht übrigens nicht nur um die reine Geldersparnis, sondern auch darum, das der Verbraucher durch seine Entscheidung gezielt Einfluss auf den Energiemarkt nehmen kann“, sagt Sachsen, der in rund 20-minütigen Beratungsgesprächen das Thema Stromkosten für den Verbraucher auf den Punkt bringt. Zur Beratung, die außerhalb der Aktion neun Euro kostet, sollte man die Stromabrechnungen mindestens der vergangenen beiden Jahre mitbringen. Noch bis November können sich Verbraucher in der Beratungsstelle in der Luisenpassage, Luisenstraße 35, donnerstags von 9 bis 13 und 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 14 Uhr kostenlos zum Thema Stromtarif beraten lassen. Am 30. Oktober findet von 10 bis 18 Uhr ein Aktionstag statt.

(nina)
Mehr von Aachener Zeitung