Baesweiler: Dr. Willi Linkens: Baesweiler ist und bleibt sein Leben

Baesweiler: Dr. Willi Linkens: Baesweiler ist und bleibt sein Leben

Warum tut er sich das an? Reichen nicht drei Amtszeiten als Bürgermeister von Baesweiler? Warum gönnt er sich mit 62 Jahren — vor wenigen Tagen feierte er Geburtstag — nicht endlich mal Ruhe?

Mal abgesehen davon, dass Dr. Willi Linkens mit Leib und Seele in und für Baesweiler arbeitet und dies keineswegs als Last oder gar Zumutung empfindet, hat er sich „nach ausführlicher Überlegung“ und mit ausdrücklicher Genehmigung seiner Familie entschieden, noch einmal den Hut in den Ring zu werfen, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich bin gesund und fühle mich fit.“ Und seine CDU setzt auf ihn.

„Das wird aber bestimmt meine letzte Amtszeit, sollten mich die Baesweiler noch mal wollen“, verspricht Linkens schmunzelnd. Obendrein stellt er klar: „Ich will auch meine Amtszeit voll machen“, verwirft er die Variante, zugunsten eines möglichen Nachfolgers vorzeitig den Chefsessel im Rathaus zu räumen. Apropos Nachfolgefrage. „Nach der Wahl sehe ich es auch als meine Aufgabe an, dafür zu sorgen, dass ein geeigneter Kandidat rechtzeitig zur Verfügung stehen wird.“

Gerne mit dem Rad unterwegs

Gibt es noch ein Leben ohne oder gar außerhalb von Baesweiler für ihn? Ist da einer mit den Jahren mit Haut und Haaren ganz von seiner Aufgabe vereinnahmt worden? Der CDU-Kandidat betont, dass trotz aller Arbeit seine Kinder in der Zeit, in der sie ihren Vater besonders brauchten, ihn auch an ihrer Seite wussten.

Klar, intensive Hobbys hat er bei all der Arbeit nicht, räumt er ein. Er fährt aber gerne mit dem Fahrrad — vornehmlich durch Baesweiler und um Baesweiler herum. Man kann ja bei der Gelegenheit auch gleich mal nach dem Rechten sehen... Sicherlich würde er auch gerne mehr Gelegenheiten haben, mal schwimmen zu gehen. Aber das hat Zeit bis zum Ruhestand.

Dass der Jurist Linkens dereinst das Richteramt gegen die Baesweiler Verwaltung eintauschte, dort Stadtdirektor und schließlich Bürgermeister wurde, hat er nie bereut. „Als Richter hatte ich mit Dingen zu tun, die schief gelaufen waren. Hier in Baesweiler habe ich die Chance, die Dinge von vorneherein so zu gestalten, dass sie erst gar nicht schief laufen.“ Motivation dazu schöpft er aus der Nähe zum Bürger, wie er sagt.

Ziele setzen und erreichen

Eine weiterführende (politische) „Karriere“ auf Landes- oder Bundesebene wäre für ihn nichts gewesen. „Das ist mir da alles viel zu abstrakt“, bekennt er. „Zehn Sitzungen — und dann kommt doch nichts Konkretes dabei heraus. Hier kann ich jeden Abend klare Antworten darauf geben, was ich erreicht habe und was nicht.“

Klar, er habe schon mal mit anderen Aufgaben geliebäugelt, so auf Städteregionsebene oder in einer Anwaltsgemeinschaft. Aber letztlich habe er sich immer wieder für Baesweiler entschieden. „Und jetzt mache ich auch nichts anderes mehr“, bleibt der Schuster bei seinen Leisten — und will erneut Bürgermeister werden.

Das würde bei seiner Wiederwahl bedeuteten: Jeden Arbeitstag kurz nach 7 Uhr in der Verwaltung sein, 45 bis 50 Stunden reine Verwaltungstätigkeit in einem“sehr guten Team“, wie er betont („Erfolg hat nicht nur einer, da haben alle dran mitgewirkt“) und dann noch repräsentative Aufgaben, oft abends und besonders am Wochenende.

Die Ziele für die nächsten Jahre hat er sich natürlich auch schon gesteckt. So will er „den guten Standard in Baesweiler trotz schlechter werdender Finanzlage bewahren“ und dabei die Steuern und Abgaben „im relativ niedrigen Bereich halten“. Engagierte Jugend- und Familienpolitik nennt er als weitere Arbeitsfelder, so auch Integrationspolitik.

Die Stärkung der Zentren und der Dörfer sind ihm weitere wichtige Themen. „Und natürlich will ich weiterhin ein starkes Team in der Verwaltung halten.“

In Rage bringt ihn bisweilen, wen ihm jemand mit vorgefasster Meinung kommt, ohne sich zu informieren oder mal auch etwas anzunehmen. Das ärgert ihn zum Beispiel beim Thema Unterbringung von Asylbewerbern. Da finde er schon mal deutliche Antworten.

Richtig Freude bereitet ihm dagegen der Kontakt mit Bürgern und „Rückkopplungen, aus denen dann neue tragfähige Ideen entstehen“. Und wenn Grundschüler, die ihn im Klassenverband im Rathaus besucht haben, später mal sagen: „War schön bei Dir“ — und ihm dann noch weitere Fragen stellen.

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