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Alsdorf: Doris Keller ist die erste Schiedsfrau der Stadt Alsdorf

Alsdorf : Doris Keller ist die erste Schiedsfrau der Stadt Alsdorf

Es kann der Ast eines Baumes sein, der über die gemeinsame Grundstücksgrenze wächst. Ein Hund, der sich auf der Wiese des Nachbarn erleichtert. Oder üble Gerüche aus der Mülltonne von nebenan. Anlässe für Streitigkeiten unter Nachbarn gibt es viele.

Bei Beleidigungen oder Bedrohungen wird häufig die Polizei gerufen. Was meist nicht nötig ist, denn bei vielen Zivilstreitigkeiten kann auch der Schiedsmann helfen. Oder die Schiedsfrau, wie es jetzt in Alsdorf der Fall ist.

Vorreiterin

Doris Keller ist Schiedsfrau - und damit als erste Frau in Alsdorf Vorreiterin. Für viele Bürger will die 53-Jährige eine Anlaufstelle sein: Der Gang zum Schiedsamt ist in vielen Fällen eine Alternative zur Strafanzeige. Wird bei Beleidigung, Hausfriedensbruch oder Nachbarschaftsstreit sofort die Polizei informiert, hat das automatisch eine Anzeige zur Folge.

„Jeder sollte sich überlegen, welche Auseinandersetzungen vor Gericht verhandelt werden müssen und welche bereits bei einem Schiedsmann entschieden werden könnten”, sagt Doris Keller. Beim Schiedsamt wird den gegnerischen Parteien ermöglicht, einen Streit ohne Polizei, Justiz und Anwälte zu schlichten. „Mein Ziel ist es, zu einem Ausgleich zu kommen, bei dem niemand sein Gesicht verliert. Dazu ist es aber auch nötig, dass die Parteien bereit sind, sich ein paar Meter aufeinander zu zu bewegen.”

Verschwiegenheit

Die speziell geschulte Schiedsfrau, die hauptamtlich Leiterin der Bürgerdienste bei der Alsdorfer Verwaltung ist, ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die erfolgreiche Arbeit der Schiedsstelle kann zeitintensive Ermittlungen der Polizei und langwierige Prozesse vermeiden. Und: Einvernehmliche Lösungen erleichtern darüber hinaus das weitere Zusammenleben der Beteiligten.

Für eine Schlichtungsverhandlung kommen Straftaten wie Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Hausfriedensbruch in Frage. Mögliche Zivilstreitigkeiten sind zum Beispiel Konflikte unter Nachbarn, Verletzungen der persönlichen Ehre. Verläuft ein so genannter Sühneversuch bei einem Schiedsmann nicht erfolgreich, erhalten die Beteiligten eine amtliche Bescheinigung, die eine Klage vor Gericht ermöglicht.

Zum von Doris Keller betreuten Schiedsamtsbezirk Alsdorf I gehören die Stadtteile Mitte, Zopp, Busch, Neuweiler, Schaufenberg, Ost, Kellersberg, Ofden, Reifeld und Duffesheide. Wird das Schiedsgericht angerufen, beträgt die erhobene Gebühr mindestens 40 Euro; allemal günstiger als der Gang vor ein Gericht.

Der Kontakt zur Schiedsfrau ist möglich über die Stadt Alsdorf, Fachgebiet Sicherheit und Ordnung, 02404/50273.