Würselen: Dobacher Straße: Anwohner befürchten einen Verkehrskonflikt

Würselen : Dobacher Straße: Anwohner befürchten einen Verkehrskonflikt

Am Donnerstag kommt ein Thema im Stadtentwicklungsausschuss erneut aufs Tableau, das in der Kommunalpolitik zuletzt für Knatsch gesorgt hatte. Es geht um einen Beschluss zur Vorbereitung von Bebauungsplänen im Bereich Bardenberger Gässchen, Post-/Mittelstraße, Weidener Markt und Flussweg in Broichweiden.

Die Kommunalaufsicht der Städteregion hatte die entsprechende Beschlussfassung beanstandet, weil zuvor die CDU-Fraktion mit je einem Verordneten von UWG und Grünen den Saal verlassen hatte, der Ausschuss habe da nicht mehr genügend stimmberechtigte Mitglieder ausgewiesen. Dieser Sichtweise schloss sich die Städteregion an.

Stein des Anstoßes für die Auseinandersetzung war die Definition der Flächen für den B-Plan am Flussweg nahe der Dobacher Straße. Im Vorfeld der nächsten Sitzung äußert sich die Bürgerinitiative (BI) Dobach zum Thema.

Deutlich werde aus der Verwaltungsvorlage, so die Sprecher der BI, Markus Zimmermann und Anwohner Bernd Schwartz, dass die Städteregion der Planung zur Aufstellung eines Baugebiets widersprochen habe und eine Befreiung von den Verboten der Schutzgebietsverordnung nicht in Aussicht stelle. Das Gebiet sei Landschaftsschutzgebiet und zugleich als wertvolle ökologische Ausgleichsfläche vorgesehen. Die Bürgerinitiative Dobach habe bereits in der Ausschusssitzung im April eine Liste mit 335 Unterschriften gegen das geplante Baugebiet eingereicht und ihre massiven Bedenken wegen des zu erwartenden Verkehrskonfliktes auf der Dobacher Straße geäußert. Zimmermann: „Durch die starke Zunahme des Verkehrs und der in vielen Bereichen nur einseitigen Befahrbarkeit der Straße, kommt es hier nahezu täglich zu prekären Situationen.“

Spürbare Zunahme

Um den Verkehrsfluss zu verbessern, seien Parkmöglichkeiten reduziert worden — zum Unmut der Alt-Anwohner, die auf die wenigen Parkplätze dringend angewiesen seien. Aufgrund des Parkplatzdrucks würden viele Autos verbotswidrig abgestellt, was wiederum den Verkehrsfluss behindere. „Folge ist, dass auch regelmäßig Rettungsdienst, Busse oder die Entsorgungsfahrzeuge an einer problemlosen Durchfahrt gehindert werden.“

Auch die Erweiterung des Rhein-Maas-Klinikums sorge für eine spürbare Zunahme, insbesondere des ruhenden Verkehrs, berichtet Schwartz. „Ein neues Baugebiet in Dobach würde die Situation noch weiter verschärfen, noch mehr Verkehr in die bereits jetzt schon überlastete Straße holen und den Parkdruck weiter erhöhen.“ Viele Bürger hätten ihre Bedenken und ihren Unmut über die Planungen auch im Stadtentwicklungsausschuss im April öffentlich geäußert.

Aber nicht nur die Bürger in Dobach und die Städteregion, so die BI, „scheinen die Baugebietsplanungen kritisch zu sehen“, auch die Stadtverwaltung empfehle wegen der problematischen Verkehrs- und Immissionssituation keinen Aufstellungsbeschluss zu fassen. Auch weise sie darauf hin, dass für die Aufstellung eines Bebauungsplanes eine Lösung des Immissionskonfliktes mit den an der Hauptstraße gelegenen Gewerbebetrieben notwendig sei. Denn auch die Firma Eigelshoven habe aus Immissionsschutz-Gründen massive Bedenken wegen des Heranrückens neuer Wohnbebauung erhoben.

Aus Sicht der Bürgerinitiative hofft man nun, dass nach allen vorgebrachten Argumenten die Antragssteller der SPD und FDP von ihrer Idee Abstand nehmen und wie CDU/UWG und Grüne „im Sinne der dort lebenden Menschen entscheiden“.

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