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Würselen: Digitale Revolution im Klassenraum naht

Würselen : Digitale Revolution im Klassenraum naht

Schluss mit dem Kreide-Gekritzel des Mathelehrers auf der Tafel beim Geometrieunterricht. Vorbei die trocken-theoretische Besprechung der Klausuren zu Stefan Zweigs „Schachnovelle” im Deutschunterricht. Keine pädagogische Ein-Mann-Show mehr, mit der Lehrkraft als Alleinunterhalter, stehend vor einer inaktiven Schülerschar.

Ein neues Zeitalter naht an den Schulen in Würselen. Es ist digital, interaktiv, eine Revolution in den Klassenzimmern. Lange hat sie auf sich warten lassen, die neue Epoche, die offiziell unter der Bezeichnung „Medienentwicklungplan” firmiert. Seit rund sieben Jahren arbeiten Politik und Verwaltung an seiner Realisierung.

Aber im nächsten Schuljahr, „vielleicht nach den Herbstferien”, wie Werner Birmanns, Erster Beigeordneter der Würselener Stadtverwaltung hofft, soll der Start in die digitale Schulära erfolgen: Alle Schulen im Stadtgebiet bekommen eine komplette IT-Infrastruktur mit drahtlosen Netzwerken, zudem 24 „Laptop-Wagen” mit jeweils 17 Notebooks darauf.

Dafür hat die finanziell arg gebeutelte Stadt in den vergangenen Jahren 2,4 Millionen Euro auf die hohe Kante gelegt. Erklärtes Ziel: Mit diesem Geld Computer in den Unterricht bringen, im Idealfall für jeden einzelnen der 4000 Schüler in „Laptop-Klassen”.

Den Anfang wird ab dem nächsten Schuljahr das städtische Gymnasium machen. Drei der fünf Eingangsklassen werden als sogenannte „Mobil-Klassen” eingerichtet - auf Wunsch der Eltern, die bei der Anmeldung verbindlich nach ihren digitalen Unterrichts-Wünschen befragt wurden.

92 Kinder werden dabei sein. Und aufgrund der starken Nachfrage auch aus Kreisen älterer Jahrgänge gibt es zurzeit konkrete Überlegungen, das „Mobil-Klassen”-Konzept auf schon bestehende Klassen auszudehnen, wie Günther Sonnen, Leiter des Gymnasiums, bestätigt.

Die neue Medienwelt wird es allerdings nicht zum Nulltarif geben. Der Plan, jeden Schüler mit einem eigenen Laptop auszustatten, geht nämlich ins private Geld. Laut Birmanns ist die Stadt auf der Suche nach einer Partnerbank, bei der die Eltern auch die Möglichkeit haben sollen, die Kosten für das Notebook abzustottern.

Aktuell steht ein Betrag von etwa 22 Euro monatlich über einen Zeitraum von vier Jahren im Raum.