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Herzogenrath: Die Zwischenbilanz der HSG Merkstein fällt historisch aus

Herzogenrath : Die Zwischenbilanz der HSG Merkstein fällt historisch aus

Als frischgebackener Kreismeister und -pokalsieger waren die D-Juniorinnen der HSG Merkstein vor einem Monat nach Dormagen gereist. Die acht besten Teams ihres Jahrgangs im Handballverband Mittelrhein (HVM) waren angetreten, um einen Verbandssieger zu ermitteln.

Dass am Ende die Mädchen der HSG Merkstein als strahlende Gewinnerinnen der „HVM-Talentiade“ feststanden, war überraschend, aber mehr als verdient nach einer Saisonleistung der Superlative.

Das Tripel ist perfekt: Auch die C-Juniorinnen der HSG Merkstein holten die Meisterschaft in ihrer Altersklasse auf Kreisebene. Foto: Longerich

Drei Meisterschaften

Der talentierte D-Jugend-Jahrgang, der zum Abschluss der Saison zum Großteil aus Altersgründen in die C-Jugend aufsteigt, ist kein Einzelfall in der HSG-Jugend. Ob der Erfolge auf Verbandsebene wirkten die Kreis- und Landesligameisterschaften der C- und B-Jugend fast schon „alltäglich“. „Die Mannschaften sind in der Breite hervorragend besetzt. Der Übergang zwischen den einzelnen Jahrgängen ist fließend“, freut sich Jugendleiter Dirk Nievelstein.

Dass die HSG kürzlich einen runderneuerten Vorstand bekommen hat, ist im sportlichen Alltag fast unbemerkt geblieben. Dirk Hilbig hatte als ehemaliger Vorsitzender zusammen mit Frank Heinen (Geschäftsführer) und Marcel Dickmann (Kassierer) sein Amt aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt. Andreas Horschig, bis dato Jugendleiter sowie Jugendwart für die Jungen- und Mädchenabteilung in Personalunion, wurde von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Ihm folgten Olaf Wagner als Geschäftsführer und Imad El-Mouatacim als Kassierer. Die Vorgänger bleiben dem neuen Vorstand dennoch in beratender Funktion erhalten. Während Hilbig und Heinen fortan als Beisitzer fungieren, übernimmt Dickmann den Posten des Kassenprüfers. Rüder Faust (Pressewart), Alexander Claßen (Schiedsrichterwart), Thorsten Dickmann (Spielwart), Jörg Rubner und Jan Leonhard (beide Beisitzer) behalten ihre Positionen.

Bei der Jugendarbeit setzt man nun vermehrt auf Arbeitsteilung. Marcel Gronowski (Jugendwart Jungen), Sascha van Reimersdall (Jugendwart Mädchen) und Nievelstein schultern die Aufgaben künftig gemeinsam. Da van Reimersdall (C- und D-Juniorinnen) und Nievelstein (A- und B-Juniorinnen auch gleichzeitig als Trainer im Mädchenbereich im Einsatz sind, ist der Kommunikationsweg bei allen Belangen kurz.

Die Handballsaison ist freilich noch nicht zu Ende. Während die „neue“ D-Jugend der jüngeren Jahrgänge die anstehenden „Sommerrunde“ schon als Vorbereitung auf die Spielzeit 2018/2019 nutzen wird, spielen A-, B- und C-Juniorinnen jeweils in der Qualifikation zur Oberliga auf Verbandsebene.

Oberliga-Qualifikation

Die C-Mädchen rechnen sich mit Trainer van Reimersdall gute Chancen auf eine direkte Qualifikation aus. „Das Team ist trotz der Abgänge eingespielt und in einer hervorragenden Verfassung“, findet der Übungsleiter. Darüber hinaus werden einige Akteurinnen zusätzlich in der B-Jugend aushelfen. Coach Nievelstein schätzt hier die Chancen auf 50:50, da drei Schlüsselspielerinnen zurzeit Verletzungen auskurieren: „Es kommt auf die Tagesform an, die Konkurrenz ist groß.“

Auch die von ihm trainierte A-Jugend möchte jede Chance nutzen. Jedoch ist die Oberliga-Qualifikation aller Mannschaften kein Muss für den Vorstand. „Bei allem Ehrgeiz sollen die Mädchen den Spaß am Sport als höchstes Gut behalten. Nach drei Meisterschaften wird uns die Konkurrenz nicht unterschätzen“, erläutert Geschäftsführer Wagner.

An Unterstützung seitens des Vorstands soll es nicht scheitern: „Wenn eine Mannschaft beispielsweise neue Shirts braucht, wird sofort gemeinsam eine Lösung gefunden. Niemand wird benachteiligt.“

Die breit angelegte Jugendarbeit der HSG trägt schon jetzt reife Früchte. In den insgesamt fünf Seniorenmannschaften (dreimal Herren, zweimal Frauen) wimmelt es von ehemaligen Jugendspielern. Besonders die erste Frauenmannschaft setzt sich fast gänzlich aus der ehemaligen A-Jugend zusammen.

Probleme gibt es freilich immer — auch die HSG ist von Abwerbungen größerer Vereine nicht verschont geblieben. „Es hält sich jedoch alles im Rahmen. Die Jugendspieler wissen, was sie bei uns haben“, sagt Horschig.

Breit aufgestellt

Für die erste Herrenmannschaft (HVM-Verbandsliga) rückt die nächsthöhere Oberliga in greifbare Nähe — im nächsten Jahr ist der Aufstieg erklärtes Ziel. Die erste Frauenmannschaft möchte sich in der HVM-Landesliga etablieren, der Klassenerhalt ist noch nicht gesichert. Für die Jugendabteilung gilt es, das konstant hohe Niveau weiterhin zu halten. Bis zur D-Jugend sind sowohl im Jungen-, als auch im Mädchenbereich alle Mannschaften besetzt, teilweise sogar doppelt. Alle jüngeren Jahrgänge spielen in gemischten Mannschaften.

Der große Pool an eigenen Jugendspielern täuscht den Vorstand nicht darüber hinweg, dass weiterhin viel Arbeit ansteht. Handball sei und bleibe im Vergleich zum Fußball die „kleinere“ Sportart, es gibt also weniger Jugendspieler.

Das spornt die Verantwortlichen weiter an, die Jugendarbeit der HSG so fortschrittlich wie möglich zu gestalten.