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Würselen: Die Vereine in der Düvel-Stadt wappnen sich für die Zukunft

Würselen : Die Vereine in der Düvel-Stadt wappnen sich für die Zukunft

Die politische Entscheidung zum Bau einer neuen Sportanlage in nächster Nachbarschaft zum Aquana-Gelände wirft ihre Schatten auch auf die Vereinslandschaft in der Düvel-Stadt. Ursprünglich sollten nach Fertigstellung die DJK Armada Euchen-Würselen sowie der SV Rhenania 05 Würselen hier ihre neue sportliche Heimat finden. Seit geraumer Zeit arbeiten die Vorstände beider Vereine intensiv zusammen, um Schnittstellen und Gemeinsamkeiten auszuloten.

Im Pressezentrum des CHIO-Geländes in der Soers haben die Verantwortlichen jetzt zu einer Informationsveranstaltung geladen. Die beiden Vereine — aktuell vertreten in der Aachener Fußballkreisliga A — werben mit Blick auf die gemeinsamen Zukunftsaussichten im Amateurfußball für eine Bündelung der Kräfte. Sofern eine Mitgliederbefragung grünes Licht gibt, könnte schon ab der Spielzeit 2018/2019 eine gemeinsame Fußballabteilung von Rhenania und Armada an den Start gehen.

Neben Günter Kuckelkorn (Stadtsportverband) hatten die beiden Vereinsvorstände ebenfalls Roger Nießen für eine Teilnahme gewinnen können. Der städtische Beigeordnete begleitet das Projekt „Sportpark am Aquana“ seitens der Kommune. Vorab warb Eckart Mohren, langjähriger Vorsitzender der Armada, um Zurückhaltung aus dem gut gefüllten Plenum: „Wir stellen ein Rohkonzept vor, das im weiteren Verlauf der Angelegenheit sicher mehrmals überarbeitet wird. Die Mitglieder sollen von Beginn an in den Informationsaustausch eingegliedert werden.“

Stagnation auf vielen Ebenen

Die Ausgangssituation im Würselener Amateurfußball sei mehr als bedauerlich — Stagnation auf vielen Ebenen führe unter anderem zu einer fatalen Reduktion von Sponsoring- und Werbeerträgen. Für den Mehrspartenverein Armada (Fußball, Leichtathletik, Taekwondo und anderes) und den reinen Fußballverein Rhenania sei es aus der Sicht beider Vorstände an der Zeit, sich neu aufzustellen.

Roger Nießen stellte das städtische Sportplatzkonzept in Bezug auf die Platznutzung durch die Vereine nochmals ausführlich vor. Ein Naturrasenplatz, ein Kunstrasenspielfeld sowie ein Kleinfeld stehen den Vereinen künftig zur Verfügung. Darüber hinaus soll ein zweistöckiges Vereinsgebäude auf dem Gelände hochgezogen werden. Mit dem Bau beginnen möchte die Stadt im nächsten Jahr. Während die Plätze nach sechs bis sieben Monaten fertiggestellt sein könnten, beläuft sich die Bauzeit für das Gebäude auf mindestens ein Jahr.

Eckart Mohren und Norbert Maubach (Vorsitzender Rhenania) waren sich zusammen mit ihren Kollegen sicher, „dass wir nicht um eine intensive Kommunikation über Lösungsansätze herum kommen.“

Eine dieser „Lösungsansätze“ ist laut den Verantwortlichen eine gemeinsame Fußballabteilung beider Vereine. In diesem Falle würde die Abteilung Fußball aus dem Mehrspartenverein Armada ausgegliedert und bei der Rhenania eingegliedert. Somit würden beide Vereine weiterhin als Wortmarke bestehen bleiben. Zusätzlich spart dieses Prozedere eine nicht unerhebliche Menge an Verbandsabgaben ein.

Dem gegenüber stünde die Möglichkeit, beide Vereine fusionieren zu lassen. Zwar wäre auch diese Möglichkeit denkbar, jedoch sind die „Nachteile“ vergleichsweise enorm: Als Ergebnis stünde ein „aufgeblähtes Vereinskonstrukt, das in puncto Verwaltungs- und Kostenaufwand das andere Modell um ein vielfaches übertreffen würde.“ Die Mitglieder beider Vereine haben in jedem Falle das letzte Wort und müssen einem etwaigen Zusammenschluss zustimmen.

Aus sportlicher Sicht würde sich für den „neuen“ Fußballverein wenig ändern: Der Aquana-Sportpark mit zwei Spielflächen wird zur neuen Heimat, der Euchener Sportplatz „Am Berg“ bliebe aus Ausweichfläche weiterhin erhalten. Die Sportstätten Paulinenstraße und Lindenplatz gehen im Gegenzug verloren. Das neue Kleinfeld ersetzt zudem die kleine Rasenfläche an der Paulinenstraße eins zu eins.

Seitens des Plenums wurde die Bemerkung laut, dass eine durchgehende Identifikation mit dem neuen Verein nicht im Zuge der sogenannten Kooperation entstehen könnte. Es wäre nur eine „halbe Sache“. Die Versammlung war hierüber geteilter Meinung.

Auch das Thema „VfR Würselen“ spielte in diesem Zusammenhang eine Rolle. Während Nießen versicherte, dass der Baubeginn am Drischfeld (Kunstrasenplatz) aus rein wirtschaftlichen Gründen zeitlich vor dem Baubeginn am Aquana liegt, gaben einige Anwesende ihren Unmut über die Situation zu Protokoll. Mohren bat das Plenum, diese Diskussion zu verschieben, da die Vereinsverantwortlichen von Armada und Rhenania keinen Einfluss auf diese Entscheidungen haben.

Keine „stille Post“

Falls es seitens der Mitglieder breite Zustimmung für eine Kooperation zwischen Rhenania und Armada gibt, wird der neue Fußballverein selbstverständlich einen neuen, „gemischten“ Vorstand wählen lassen. Kornel Gülpen, Erster Vorsitzender der Armada warb für Offenheit unter allen Beteiligten — ein Prinzip der „stillen Post“ sei in jeglicher Hinsicht von Nachteil. Ein gemeinsamer Spielbetrieb ab der nächsten Saison würde bedeuten, dass der neue Verein die Startplätze nur von einem der beiden Altvereine übernimmt.

„Armada soll nicht geschluckt werden“ — so lautet das Credo der Vorstandsmitglieder. Da bei einer Kooperation der Fußballabteilungen die DJK Armada weiterhin als eigener Verein mit ihren anderen Sportabteilungen bestehen bleibt, kann von einem Verschwinden auch nicht die Rede sein. Da die Erste Herrenmannschaft der Armada dem Abstieg aus der Kreisliga A entgegenblickt, sei es im Gegenzug nur logisch, auf den gesicherten A-Liga-Startplatz der Rhenanen zu setzen.