Würselen: Die Schützen lassen ihren neuen König hochleben

Würselen: Die Schützen lassen ihren neuen König hochleben

Zum 391. Königsvogelschuss marschierten unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ 18 Schützen der St. Sebastianus-Schützengesellschaft auf. Obwohl das Wetter nur bedingt mitspielte — Sonnenstrahlen waren bei bedecktem Himmel Mangelware —, bestritten sie ihren schießsportlichen Wettbewerb mit Pulver und Blei vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse.

Es wurden an die 1000 Schaulustige gezählt, die den Weg in den Stadtgarten gefunden hatten, mehr als in den Vorjahren. Was Präsident Hans-Peter Claessen nicht zuletzt darauf zurück führte, dass die Aktiven der drei innerstädtischen Jungenspiele erstmals in die Gestaltung des Festes mit einbezogen wurden. Auch die anderen Neuerungen wurden positiv vom Publikum angenommen.

Ihre Aufwartung machten Abordnungen der St.-Hubertus-Schützengilde aus Morsbach, der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Scherberg und der Salmanus-Bogenschützen aus Drisch, aber auch des 1. Würselener Karnevalsvereins und der KG „Au Ülle“. Zu Gast war auch der Vorsitzende der Kulturstiftung, Achim Großmann.

Nach dem Schützenschmaus mit mehr als 60 Besuchern im Zelt neben dem Schießstand wurde der erste schießsportliche Wettbewerb ausgetragen. Diesmal wurde kein Volkskönig ermittelt. Vielmehr wetteiferten die Spellsleute aus Bissen, Oppen-Haal und Markt-Preck mit einander um die Königswürde. Je zehn Schützen pro Spiel zerlegten voller Begeisterung den schmucken Vogel auf der Stange Stück für Stück.

Sie machten kurzen Prozess, so dass mit dem 65. Schuss im dritten Durchgang der Vogel seinen Geist aufgab. Den Gnadenstoß hatte ihm Jan Seydlitz vom Bissener Jungenspiel versetzt. Ihm hängte Präsident Claessen die Ehrenkette um. Die Startgebühren werden Kirmes auf Bissen in Form eines Schecks zweckgebunden für die Jugendarbeit auf dem Festzelt überreicht.

Mit den abgefeuerten Ehrenschüssen „läuteten“ Bürgermeister Arno Nelles, Diakon Michael Lang und Jungenspiel-König Jan Seydlitz den Wettstreit ein, nachdem die Schützen zuvor den Hut zum Gebet abgenommen hatten.

Die ambitionierten Schützen landeten in rascher Folge einen Volltreffer nach dem anderen, so dass der kunstvoll gefertigte Vogel mehr und mehr Regung zeigte. Dass er früh fallen würde, war kein Thema unter den Schützen. Schließlich leistete er doch „nur“ bis zum 92. Schuss Widerstand. Die Überraschung war mehr als groß, als er fiel. Dementsprechend wurde der neue König, Stuart Eason, hochleben gelassen.

Er gehört der jungen Schützengeneration an und ist der Schwiegersohn das Präsidenten, dem Fortuna bisher noch nicht hold gewesen ist. Er bescherte Markt-Preck ein Königsspiel. Diakon Michael Lang nahm unter freiem Himmel die Segnung des Königssilbers vor. Anschließend hatten die St.-Sebastianus-Schützen 1624 allen Grund zum Feiern. Als Ehrenkönig grüßt der Vorschütze Walter Tillmann, der schon mehrmals das Königssilber getragen hat.

Nach dem Wettbewerb gaben die Schützenbrüder ihrem neuen König unter den Klängen der „Alten Kameraden“ das erste Geleit zur Segnung des Königssilber unter freiem Himmel. Nach der Verabschiedung des alten Königs Volker Deussen nahm sie Diakon Michael Lang vor. Auf die neuen Würdenträger wurde anschließend gut gelaunt angestoßen.

Es bedarf keiner Frage: Als eines der gelungensten Feste „neuerer Zeitrechnung“ wird der Königsvogelschuss 2015 in die Annalen der Traditionsgesellschaft eingehen. Musikalisch trugen zur Umrahmung des bunten Treibens neben dem Bundestambourkorps auch die New-Comer Band „2Harmonize“ und die „Wöschelter Prinzen mit Liedern rund um das Jungenspiel-Brauchtum bei.

(ehg)
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