Baesweiler: Die Linke setzt auf Transparenz

Baesweiler: Die Linke setzt auf Transparenz

Die Premiere bei der Kommunalwahl soll kein Fehlstart werden. „Mindestens Fraktionsstärke“ peilt Marika Jungblut als Spitzenkandidatin der Linken in Baesweiler an. Also mindestens zwei Vertreter für den Stadtrat, in dem ihre Partei bislang nicht vertreten ist.

Mit einem Wahlprogramm rund um die Themen Bildung und Kultur, Stadtentwicklung, Transparenz und Naturschutz soll der Einzug gelingen.

Mehr Mitbestimmung für den Bürger — das ist der 49-Jährigen ein Hauptanliegen. So will sie sich für eine Einwohnerfragestunde in allen Ausschüssen ebenso einsetzen wie für die Einrichtung eines Kinder- und Jugendbeirates und eines Seniorenbeirates, „die auch in den Ausschüssen ein richtiges Mitspracherecht haben sollen“. In diesem Zug soll zudem der Integrationsrat gestärkt werden. „Die Bürger müssen mehr Möglichkeiten bekommen, sich an wichtigen Entwicklungsprozessen zu beteiligen.“

Sie selbst will in der Opposition eine „unbequeme Rolle“ spielen. „Ich will unsere Positionen klar vertreten und keine Kompromisse anstreben.“ Als gebürtige Baesweilerin, die später auch in Aachen und Herzogenrath lebte und nun wieder in der Heimatstadt, beobachtet sie die Entwicklung der Innenstadt mit „zunehmender Sorge“. Statt des beschlossenen Einkaufsbereichs am Feuerwehrturm hätte sie auf Stärkung des Einzelhandels gesetzt, sagt sie. Das wolle die Linke auch künftig tun, „denn gerade die kleinen Händler und Handwerksbetriebe sorgen für die Vielfalt von Angeboten, die eine Innenstadt attraktiv machen. „Wenn hier ein neuer Magnet entsteht, dürfen die ansässigen nicht an Attraktivität verlieren.“

Ein eigenes Jugendamt — das sollte Baesweiler aus ihrer Sicht bekommen. Damit Experten dauerhaft vor Ort sind, wie sie sagt. „Gerade für benachteiligte Familien, die Unterstützung von solch einem Amt brauchen, ist der Weg nach Aachen zu weit.“ Und wo sie gerade von diesem Weg spricht, wird auch die eine bessere Busanbindung genannt. Mehr Busse sollen fahren — und das günstiger. Um das zu finanzieren, hält sie eine Art Zwangsabgabe pro Bürger für diskussionswürdig. „Das könnte ein Pilotprojekt für die ganze Städteregion werden.“

Finden Ideen Anklang?

Als Sprecherin eines Baumschutzbündnisses hat sie sich den Naturschutz ganz dick auf die Fahnen geschrieben. Nachprüfbare Umsetzung von Ersatz- und Neupflanzungen, stärkere Einbindung von Naturschutzverbänden bei Bauprojekten oder die Einrichtung von Regenwasseranlagen für Brauchwasser in öffentlichen Gebäuden stehen bei diesem Punkt auf der To-do-Liste.

Der Einzug in den Rat werde gelingen, glaubt Jungblut. „Viele Gespräche mit Bürgern haben gezeigt, dass unsere Ideen Anklang finden.“ Sieben Plätze hat die Linke vorsorglich auf die Reserveliste geschrieben. Auf denen stehen: Marika Jungblut (1), Wolfgang Sylla (2), Christian Wowra (3), Thomas John (4), Sandra Horbach (5), Taki Keser (6) und Henrik Wowra (7). Am Samstag, 24. Mai, wollen die Kandidaten — darunter auch Städteregionsrats-Kandidat Uwe Löhr — sich von 10 bis 14 Uhr mit einem Infostand an der Kirchstraße präsentieren.

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