Würselen: Die Kürbisse der Familie Boeven sind beliebt — auch bei Dieben

Würselen: Die Kürbisse der Familie Boeven sind beliebt — auch bei Dieben

Ein Meer aus leuchtend orangenen Kürbisse erwartet den Besucher hinter den Toren des Hofs der Familie Boeven in Würselen. Von kleinen Zierkürbissen über riesige Speisekürbisse, bis hin zu den Exoten in unterschiedlichster Form und Farbe versammeln sich hier. „Durch unseren Hofladen hatten wir die Idee, auch Kürbisse mit ins Sortiment aufzunehmen“, erzählt Georg Boeven. „Vor 15 Jahren haben wir dann mit ein paar Kürbissen ganz klein angefangen.“

Mittlerweile baut der Landwirt jedes Jahr circa einen halben Hektar Kürbisse an. Die 2000 Kürbissamen werden in einzelnen Töpfchen vorgekeimt, um den Pflänzchen Schutz vor Frost und genügend Stabilität zu bieten.

Es gilt: Ein Samen pro Topf, der bei Zimmertemperatur trocken stehen sollte. Aus jedem Samen wächst später einmal eine Ranke, die bei Zierkürbissen bis zu zehn und bei Speisekürbisse ein bis drei Früchte bilden kann. Jede Pflanze sollte etwa 1,5 mal 1,5 Meter Platz haben.

Der ideale Boden für Kürbisse ist locker und humusreich, eine Düngung mit Kalium, Phosphor und Stickstoff oder alternativ mit Kompost sorgt für einen nährstoffreichen Boden.

Für die Aussaat auf den Acker hat sich Georg Boeven erst nach der kalten Sophie, ab dem 10. Mai, entschieden. „Das Frühjahr war nass und kalt, so dass anfangs keine Blüten hervortraten und die Pflanzen zu klein waren“, erklärt der Landwirt. Die Blüten müssen von Insekten bestäubt werden, so dass sich Früchte aus den Pflanzen bilden können.

Unkraut sollte noch entfernt werden, bevor die Kürbisse zu ranken beginnen. Trotz des kalten Frühjahrs „packten die Kürbisse auf einmal doch noch und wir konnten eine gute Ernte verzeichnen.“ Von Ende August bis Mitte Oktober waren bereits alle Kürbisse abgeerntet.

Dass die geernteten Kürbisse auch im Besitz der Familie Boeven bleiben, war in den letzten Jahren keine Selbstverständlichkeit und sorgte für Kopfzerbrechen: „Im vergangenem Jahr wurden 50 bis 60 Kürbisse kurz vor Halloween gestohlen“, erzählt Nicole Boeven. „Dieses Jahr hatten wir Glück, dass die Kürbisse so früh reif waren und wir sie noch rechtzeitig einsammeln konnten.“

Das ist kein Einzelfall, ein Anruf bei der Pressestelle der Polizei ergibt aber: Zur Anzeige gebracht wird Diebstahl direkt vom Acker wohl selten, so dass keine genauen Angaben zu Häufigkeit oder entstandenem Schaden gemacht werden können.

800 Arten weltweit

Die Nachfrage nach Kürbissen bleibt bei den Käufern stets groß. Insgesamt gibt es über 800 Arten auf der Welt. Den Hokkaidokürbis, Butternuss-, Bischofsmützen-, Muskat- und Spaghettikürbis findet man in Würselen auf dem Hof Boeven.

Natürlich gibt es auch den typischen Halloweenkürbis, Aspen, der sich zum Schnitzen gruseliger Gesichter besonders gut eignet. Eine neue Besonderheit unter den Kürbissen für die Küche ist der Longue de Nice, denn er enthält nur wenige Kerne und dafür umso mehr Fruchtfleisch.