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Würselen: Die kleine Sara ist der Star auf der Station

Würselen : Die kleine Sara ist der Star auf der Station

Pressetermin im Medizinischen Zentrum: Alles dreht sich um Sara, ein achtjähriges Mädchen aus Armenien. Doch die Kleine ist verschwunden.

Schwester Stefanie: „Sara ist bestimmt wieder im Haus unterwegs.” Und da kommt sie auch schon - flink wie ein Wiesel, auf zwei Gehhilfen.

Dass Sara in einigen Monaten wieder gehen kann, hat sie der Initiative des Friedensdorfs International in Oberhausen und des Medizinischen Zentrums Marienhöhe zu verdanken.

„Die Kleine war als Baby gefallen. Der Unterschenkelbruch wurde nicht sachgemäß behandelt, das Bein ist seitdem länger als das gesunde”, erklärt Dr. Ulrich Rietkötter, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie.

Am 1. September operierte Rietkötter Sara zum ersten Mal, eine weitere Operation folgte Ende Oktober.

Ziel war die Stabilisierung des Unterschenkels und die erforderliche Beinverlängerung über einen speziellen Spannungs- und Halteapparat. Bis Saras Beine gleich lang sind, werden noch viele Wochen vergehen.

„In Armenien hätte die Kleine keine Chance auf Heilung gehabt. So war es ein Glück, dass Ärzte ihres Landes über unsere Partnerorganisation auf das Kind aufmerksam machten”, erzählt Axel Baumann.

Er betreut für das Friedensdorf International Krankenhäuser, die bereit sind, Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten kostenlos zu operieren. „Das Medizinische Zentrum des Kreises Aachen ist vorbildlich. Wir arbeiten seit 1996 zusammen”, lobt Baumann.

„Soziale Verantwortung und Mitmenschlichkeit sind Werte, die bei uns ganz hoch angesiedelt sind. Wir werden trotz der schlechter gewordenen politischen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu unserer Partnerschaft mit dem Friedensdorf stehen”, sagt Geschäftsführer Siegfried Edlmann.

Für Sara heißt es bald wieder Koffer packen. Sie fährt zum Friedensdorf zurück, bleibt dort bis zum nächsten Krankenhausaufenthalt. Die Platte im Bein und die Nägel des Halteapparats müssen noch entfernt werden. Dann geht es zurück zu ihrer Familie.

„Zweimal jährlich chartern wir ein Flugzeug und fliegen die Länder des Kaukasus ab, holen verwundete und verletzte Kinder oder sie zu den Eltern zurück”, sagt Axel Baumann.

Sara werden die Wochen in Deutschland unvergessen bleiben - die vielen netten Menschen im Krankenhaus, die Geschenke, die Liebe und Fürsorge.

„Sie ist der Star unserer Station. Und wir haben sie von Anfang an alle ins Herz geschlossen”, sagt Schwester Stefanie.