Kerpen: „Die Höhle der Löwen“: Die Idee von Anti-Karies-Lutschpastillen

Kerpen: „Die Höhle der Löwen“: Die Idee von Anti-Karies-Lutschpastillen

Ein Jahr ist es her, dass das Privatfernsehen den Existenzgründern Randall Pitts und Philip Kirchhof mit ihrer Geschäftsidee auf die (finanziellen) Sprünge geholfen hat. Damals überzeugte in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ zwei Investoren die Idee von den Anti-Karies-Lutschpastillen auf Xylit-Basis.

150.000 Euro Startkapital erhielten Pitts und Kirchhof gegen 30 Prozent Anteile. Seitdem ist viel passiert. „Wir konnten unseren Umsatz von 800.000 auf 1,7 Millionen Euro steigern“, sagt Kirchhof, der für Finanzen, Vertrieb und Verwaltung zuständig ist. 30 Millionen Pastillen seien inzwischen über Home Shopping Europa (HSE24) verkauft worden.

Ersetzen zwar nicht das Zähneputzen, sollen aber für die Mundhygiene förderlich sein: die Anti-Karies-Pastillen des ursprünglich Würselener Unternehmens Penta Sense. Foto: xblickwinkel/McPhotox/ErwinxWodickax

Allerdings sei die Menge der Retouren anfangs ein Problem gewesen. Pitts glaubt nicht, dass das mit dem Produkt an sich zu tun hat, sondern mit dem Ansatz des Teleshopping-Senders, dass Kunden jedes Produkt ohne Angabe von Gründen zurücksenden können. Bei 200-Pastillen-Dosen wirtschaftlich ungünstig. Deshalb stellten Pitts und Kirchhof das Angebot auf kleinere Dosen um und fügten den größeren ein Probierpäckchen bei. „So bleibt die Dose verschlossen, und wir können sie erneut versenden“, so Kirchhof.

Die Bearbeitung der Retouren wird inzwischen in Kerpen bei einem Logistikunternehmen abgewickelt, der sonstige Versand erfolgt nach wie vor von Hamburg aus, über die DS Produkte GmbH, die einem der „Löwen“ gehört. „Langfristig ist es geplant, alles zu bündeln“, erzählt Pitts, deshalb suche man auch gerade nach einem Büro in Köln.

Der Wahl-Würselener hatte zuvor rund fünf Jahre lang versucht, die Pastillen unter dem Namen „Penta-Sense“ über einen eigenen Onlineshop und rund 80 Zahnarztpraxen mit eigenem Prophylaxe-Shop zu vermarkten. Nach wie vor steht Pitts für HSE vor der Kamera, um für die Pastillen zu werben. Nicht nur in München für den deutschen Markt, sondern inzwischen auch in Italien für das dortige Pendant.

Kirchhof kam vor der Ausstrahlung der Existenzgründer-Show als zweiter Geschäftsführer dazu, inzwischen ist auch sein Bruder, Jochen Kirchhof, mit im Unternehmen. Er kümmert sich um Design und Marketing.

Nach der Frühphase befinde man sich nun in der Wachstumsphase und wolle nichts dem Zufall überlassen, sagen Pitts und Kirchhof. Mit anderen Worten: Sie führen gerade Gespräche mit Banken, um eine weitere Expansion zu finanzieren. Einen weiteren Investor ins Boot zu holen wollten sie ebenso wenig wie einfach das langsame Wachstum abzuwarten, bevor sie den nächsten Schritt unternehmen. „Das wäre unklug nach einem so guten Start“, findet Pitts.

Die Rückmeldungen, die er von den überwiegend älteren Kunden des Teleshopping-Portals erhalte, hätten ihm Bestätigung gegeben. Es sei so schön zu hören, wenn Kunden sagten, sie hätten von ihrem Zahnarzt eine positive Rückmeldung erhalten.

Inzwischen seien die Pastillen in jeder Apotheke erhältlich — was nicht bedeute, dass sie überall in den Regalen stünden, aber, dass man sie dort bestellen könne. „Wir sind bei allen Großhändlern gelistet“, sagt Pitts. „Bei 100 Apotheken sind wir sogar im ständigen Sortiment.“ Ungefähr 21.000 Apotheken gibt es deutschlandweit.

Seit 1. Juli sind sieben Handelsvertreter unterwegs, um das Kosmetik-Produkt in den Apotheken bekannter zu machen. 13 bis 16 Händler sollen es einmal werden, um das gesamte Bundesgebiet abzudecken. Daneben sind die eigene Homepage sowie Amazon Vertriebsschienen und es laufen gerade Gespräche mit QVC England.

Auch hier würde Pitts dann wieder auf dem Shopping-Kanal sein Gesicht zeigen. „Diese Sendungen sind perfekt, weil man etwas Zeit braucht, um das Produkt zu erklären“, findet Pitts. Ihn zehn Jahren, fügt Kirchhof an, sähe das schon ganz anders aus, dann, glaubt er, sei Xylit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde.

Mehr von Aachener Zeitung