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Herzogenrath: „Die Entlastung von ganz Herzogenrath”

Herzogenrath : „Die Entlastung von ganz Herzogenrath”

Die Stadt muss dringend vom Straßenverkehr entlastet werden, aber bitte ohne ökologische Schäden - das ist die Forderung der SPD mit Blick auf die Planung der umstrittenen B258n.

Von einem 3,8 Kilometer langen, 6,6 Millionen Euro teuren Teilstück, das die Kohlscheider Straße bei Laurensberg mit dem geplanten Außenring der Parkstad Limburg verbinden soll, ist die Rede. Noch ist keine Trasse, wohl aber ein keilförmiger Verlaufsbereich ins Auge gefasst worden.

Die Bürgerinitiative „B258nein” kämpft vehement dagegen, auch die Grünen haben Widerstand angesagt, in Sorge um die Zerschneidung des Heydener Ländchens. Auch die SPD schätzt den Naherholungscharakter der Region, weiß aber auch um die teils sehr bedenklichen Abgasmessungen vor allem an der Dammstraße im Herzen der Stadt, „die hart an den Grenzwerten waren”, wie Dr. Manfred Fleckenstein betont.

25.000 Kraftfahrzeuge passieren die Ortsdurchfahrt Kohlscheid werktäglich, 17.000 sind es in Straß, 19.000 in Herzogenrath-Mitte, weist Fraktionschef Gerhard Neitzke auf „erhebliches Staupotenzial„ und „stark überlastete Knotenpunkte” hin.

Eine Situation, die durch die Osttangente Kerkrade und die Anbindung Herzogenraths durch die L223n ans Autobahnnetz nur verstärkt worden sei. „Zudem belegen Prognosen, dass die Verweildauer von Autos im Straßenverkehr bis 2010 um 24 Prozent zunehmen wird”, führt Neitzke weiter ins Feld.

So ist die SPD dankbar für die Initiative von Achim Großmann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium, auf die Priorität einer Umgehungsstraße in diesem Bereich zu drängen. Und tatsächlich ist bei der Prüfung für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan das sehr hohe Kosten-Nutzen-Verhältnis von 6,0 ermittelt worden, das heißt, die kritisch beäugte B258n brächte sechsmal soviel Nutzen wie sie kostet.

Die Straßenverbindung war die Empfehlung der grenzüberschreitenden Verkehrsuntersuchung im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW und der Provinz Limburg gewesen. Die SPD koppelt diverse Bedingungen daran: Die Naturschutzgebiete westlich von Bank sowie der Laub- und Auenwald im Amstelbachtal westlich Pannesheide bleiben unangetastet; die Planung beinhaltet eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsstudie mit Bestandserfassung unter intensiver Beteiligung der Städte und Fachbehörden; alle Belange müssen geprüft, die Öffentlichkeit stets beteiligt werden.

„Es ist ein kleines europäisches Projekt”, drängt Ratsherr Hartmut Prast auf grenzüberschreitende Kooperation.