Herzogenrath: Der Solarpark in Herzogenrath beeindruckt die Besucher

Herzogenrath : Der Solarpark in Herzogenrath beeindruckt die Besucher

Zahlen, Daten, Fakten: Normalerweise liefert der Solarpark in Herzogenrath schon beim einfachen Blick auf seine technischen Daten ein eindrucksvolles Bild. Doch die wahre Größe ließ sich nun für 35 unserer Leser live und in Farbe erleben.

Sie machten sich kürzlich auf den Weg nach Herzogenrath. Dort steht in den Nivelsteiner Sandwerken der größte Solarpark in Nordrhein Westfalen: der Solarpark Herzogenrath.

Die Anreise war aus verschiedenen Gründen gar nicht so einfach. Zum einen zeigte der Winter nochmal mit eisigem Ostwind, durchgängigen Minusgraden und Schneefall, was er kann. Zum anderen war die Anfahrt an das Areal hinter dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke etwas schwierig zu finden. „Leider haben wir hier weder ein eigenes Straßenschild noch eine eigene Anschrift“, meinte Projektmanager Dr. Matthias Betsch von der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH aus Stolberg dazu. Er kennt den gemeinsam von der EWV, der „nsw energy“ — ein Tochterunternehmen der Nivelsteiner Sandwerke — und der Stadt Herzogenrath betriebenen Solarpark wie seine Westentasche. Dr. Matthias Betsch hat den Solarpark geplant und gebaut. „In der Bauphase brauchte ich kein zusätzliches Training, das Laufen in den Sandbergen hat völlig genügt“, meinte er augenzwinkernd.

Wer sich den heutigen ersten Bauabschnitt des zweiteiligen Solarparks — ein Anbau befindet sich in ungefähr 150 Metern Entfernung zum besichtigten Teil — anschaut, begreift schnell, was er damit meint. Bei einer durchschnittlichen Neigung von 20 Grad im Hang sind 50 Meter Höhenunterschied von der Spitze des Parks bis zum Boden schnell zurückgelegt. Die Schräge im Hang mussten unsere Leser natürlich nicht durchschreiten. Dennoch lohnte sich der Griff zu den Wanderschuhen. Denn der Solarpark liegt nicht nur etwas versteckt im Gelände, durch den Bau im ehemaligen Sandwerk ist das Gelände entsprechend rau.

An einem gut gelegenen Aussichtspunkt fasste Dr. Betsch mit Blick auf die tausenden, blauen Solarmodule die interessantesten Daten über den Solarpark zusammen: Mit einer Spitzenleistung von 14 Megawatt und mehr als 57.000 Solarmodulen, etlichen Wechselrichtern, die den erzeugten Strom in ein kleines Netzwerk im Solarpark speisen, bis hin zu fünf Trafostationen, die für die Einspeisung ins Netz sorgen, ist der Solarpark eine anspruchsvolle Konstruktion. „Rein rechnerisch lassen sich damit rund 4500 Haushalte versorgen, wobei natürlich die größten Stromernten in den sonnenreichen Monaten im Frühjahr und Sommer anfallen“, weiß Dr. Betsch. Die Maße erlebbar machte die folgende Wanderung bis zur Mitte des ersten, 2012 eingeweihten Bauabschnitts. „Der Park ist etwa einen Kilometer lang, die Flanke ist 85 Meter breit, es wurden 2000 Tonnen Stahl und 90 Kilometer Kabel verbaut“, fasste er zusammen.

Mit Wasser und Schrubber

Derweil formte der Wind nicht nur feine Schneewehen auf den Panels, sondern ließ auch die Frage nach der Reinigung der einzelnen Solarmodule aufkommen. „Das machen wir alle fünf Jahre, dann hat sich am Fuß der Anlage viel Staub und Schmutz angesammelt. Wir machen das aber nur mit Wasser und Schrubber“, umschrieb Betsch den Aufwand. Auf dem Rückweg unterhielten sich die Besucher über das Erlebte. „Das ist absolut beeindruckend“, meinte beispielsweise Reinhard Tiburzy, der die Gelegenheit zum einmaligen Zutritt auf das sonst abgeriegelte Gelände für viele Kameraaufnahmen nutzte.

Ein großes Lob gab es übrigens vom EWV-Vertreter noch obendrauf: „Ich finde es toll, dass Sie trotz der unvorhersehbaren Witterungsbedingungen heute mitgemacht haben, vielen Dank dafür“, sagte er. Und danach gönnten sich alle Teilnehmer nicht nur die Heimfahrt im wärmenden Auto, sondern auch die Gedanken an warme Sonnentage, an denen die Anlage so richtig viel Strom liefern kann, direkt vor Ort und umweltfreundlich.

(red)