Baesweiler: Der Bewertungskommission die „Schokoseiten“ von Beggendorf gezeigt

Baesweiler: Der Bewertungskommission die „Schokoseiten“ von Beggendorf gezeigt

Es schien so, als sei ganz Beggendorf auf den Beinen gewesen. Als der Bus mit der Bewertungskommission des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ vor der Pfarrkirche einbog, bereiteten die Kreissieger des Wettbewerbes den acht Juroren der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen einen sehr herzlichen Empfang.

Mit Musik und Gesang der Grundschüler und der Kindergartenkinder, die nicht nur durch ihre gelben Kappen „Sonne“ erstrahlen ließen.

Kein Bestechungsversuch: Streuselkuchen für die Bewertungskommission aus dem eigenen „Backes“ der Beggendorfer. Bürgermeister Dr. Willi Linkens erklärt die Vorzüge des aufstrebenden Dorfes Beggendorf der Jury um Dr. Anke Schirocki (rechts), der Kommissionsleiterin. Foto: Sigi Malinowski

Als die Kommission — geleitet von Dr. Anke Schirocki und Dr. Waldemar Gruber — auf der Pfarrwiese von Baesweilers Bürgermeister Dr. Willi Linkens begrüßt wurde, hatten die Juroren des Landes bereits per Bus Bongard- und Pankratiusstraße inspiziert. Hier ist die Verbindung von altem und neuem Wohnraum sehr gelungen angelegt worden.

Willi Linkens stellte im Beisein der Technischen Dezernentin Iris Tomczak-Pestel, Beggendorfs Interessengemeinschafts-Vorsitzenden Edwin Michel und Ortsvorsteher Ferdi Reinartz das älteste Dorf der Stadt vor. Darin eingebunden war eine Gedenkminute für den in der vergangenen Woche plötzlich verstorbenen Pfarrer Ferdi Bruckes. „Ferdi hatte sich sehr stark und aktiv in die Vorbereitungen des Wettbewerbes eingebracht“, hob Linkens hervor. Sodann setzte sich die Kommission unter Führung von Ortsvorsteher Reinartz in Bewegung und marschierte und fuhr fast das ganze Dorf ab.

Gute Infrastruktur

Erste Station: Der Nahkauf von Willibert Kraus, der selber im Urlaub weilt, aber trotzdem gestattet hatte, sein Ladenlokal zu besuchen, damit sich die Jury einen Überblick über die Warenpräsentation und sein breit gefächertes Angebot machen konnte. Positiv zu bewerten ist sicher, dass er mit seinem Bestell- und Lieferservice sowie seiner Kooperation mit der Bäckerei Paulussen und der Metzgerei Kraus in Baesweiler sowie als DHL-Paketshop viel Bedarf der Beggendorfer bedienen kann.

Der Weg führte vorbei an der Sparkasse zur Kirche St. Pankratius, deren Geschichte Ortsvorsteher Ferdi Reinartz umriss. Dass der Schulstandort Beggendorf gesichert ist und das Gebäude in naher Zukunft renoviert wird, nahmen die Juroren positiv zur Kenntnis. Bunt bemalte Stühle hatten die Schulkinder an allen markanten Stellen der Begehung aufgestellt, ein Beweis dafür, dass auch sie ihren Beitrag zur Begehung beitragen wollten.

Am Steinbüchel stellte die technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel die Bebauungssituation für Beggendorf vor. Der dörfliche Charakter wird hier durch einen Begegnungsplatz unterstrichen. Hinter den Hecken führte der Fußweg weiter zur Streuobstwiese und zum Friedhof, wo Dr. Karl-Josef Strank die Entstehung, die Pflege und die Nutzung der Streuobstwiesen und der Grünflächen aufzeigte. Der Wunsch der Beggendorfer, dem Friedhof wieder einen Parkcharakter zu geben, ist bereits in der Umsetzung.

Mit dem Oldtimerbus ging es weiter durch die Lindenstraße, zum Büro der Dorfwerkstatt, dem Modehaus Thelen, dem Lindenplatz, der ehemaligen Brauerei, und Gewerbebetrieben. Beim Obsthof Roosen zeigte Stephan Praest die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeits-, Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten auch in der näheren Umgebung auf. Beggendorf ist an das Glasfasernetz angebunden und hat seit kurzer Zeit den ersten Freifunk-Hotspot. Heimische Erdbeeren durften natürlich verkostet werden.

Für Jung und Alt

In der Bürgerhalle stellte Edwin Michel dann die breit gefächerten Möglichkeiten und Angebote im Bereich kulturelles und soziales Leben vor und wies auf die Entstehung der Halle und deren intensive Nutzung durch die Vereine und die Schule hin.

Dann ging es zur Carl-Alexander-Straße, in der ehemalige Zechenhäuser von der Geschichte Beggendorfs zeugen. Neubauten verbinden sich mit altem Wohnraum, Grünflächen werten die Grundstücke auf. Vorbei an der Hubertuskapelle ging die Bereisung zum Vereinsheim. Hier erläuterte Ferdi Reinartz den Bereich Konzeption und Umsetzung und informierte über die Ziele und Aufgaben der Beggendorfer, die Zukunft ihres Ortes gemeinsam zu gestalten.

Nach dem Jugendworkshop stehen als nächste Schritte die Wünsche und Ideen der Senioren und die Angebote für die Kinder im Ort an. Viele Ideen für die Zukunftsgestaltung müssen diskutiert und strukturiert werden, viele Aufgaben sind zu bewältigen. Pressesprecherin Doris Esser zusammenfassend: „Beggendorf ist auf einem guten Weg, dies gemeinsam schaffen, und nun hoffen wir, dass die Juroren auch das so gesehen haben“.

Die Ergebnisse des Landesentscheides werden am 9. September in Düsseldorf verkündet.

(mas)
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