Würselen: Den Bau der Sporthalle dringend angemahnt

Würselen: Den Bau der Sporthalle dringend angemahnt

„Wir haben von dieser Änderung aus der Zeitung erfahren“, sagt Lydia Becker-Jax, Direktorin des Städtischen Gymnasiums. In Sachen Sporthalle des Gymnasiums hatte Kämmerer Ludwig Bremen erklärt: „Für die Planung des Sportstättenkonzepts haben wir 8,2 Millionen Euro. Aber nur, wenn der Neubau der Sporthalle am Gymnasium hinten ansteht.“

Conny Stenzel-Zenner sprach mit Becker-Jax und Volker Richterich, verantwortlich für die Stundenpläne am Gymnasium, über die aktuelle Situation.

Vor zwei Jahren haben Sie die Verwaltung gebeten, die Kapazitäten der Sporthallen an den Bedarf anzupassen. Damals sorgten die Planungen für die Gesamtschule und ihr neuer Standort für Schlagzeilen. Als Gymnasium im G8 benötigen Sie für 850 Schüler 126 Unterrichtsstunden pro Woche in Sporthallen. Wo findet der Sportunterricht jetzt statt?

Becker-Jax: Wir haben eine eigene Sporthalle, die nicht unterteilt werden kann. Damit können wir 42 Wochenstunden abdecken. Also müssen unsere Schüler entweder in die Turnhalle Krottstraße, mit 54 Wochenstunden ausweichen, oder in die Walter-Rütt-Halle, in der 30 Stunden pro Woche unterrichtet werden können.

Am Ende des nächsten Schuljahres wird voraussichtlich entschieden, dass das Gymnasium von G8 wieder zu G9 zurückkehrt. Was bedeutet das für den Sportunterricht?

Richterich: Dann brauchen wir noch mehr Hallenzeiten, denn bei einem Jahrgang mehr in der Schule erhöht sich der Bedarf des Sportunterrichts um weitere zwölf Stunden. Hinzu kommen eventuell noch weitere Bedarfe im AG-Bereich.

Die Turnhalle Lehnstraße, die von der Sebastianusschule und von Sportvereinen genutzt wird, könnte doch dann mit benutzt werden?

Richterich: Die Halle ist zu niedrig für den Oberstufen-Ballsport und zu klein für große Klassen- und Kursgruppen. Außerdem wird die Halle ausschließlich von der Grundschule genutzt, die gar keine Zeiten abgeben kann. Zudem ist der Bauzustand sehr schlecht und nicht mehr zeitgemäß.

Sie hatten die Verwaltung längst von dem Neubau einer Sporthalle, die auf dem jetzigen Bolzplatz stehen soll, überzeugt. Einen Bebauungsplan gibt es schon seit einem Jahr. Sie wissen auch, dass es eine Zweifach-Halle werden soll, wünschen sich aber eine Dreifach-Halle. Die soll fertig sein, wenn die Gesamtschule umzieht, weil ja die Nutzung der Krotthalle für das Gymnasium wegfallen würde, denn diese Halle ist dann von der Gesamtschule belegt. Was ist jetzt passiert?

Becker-Jax: Während wir dachten, langsam müssten die Planungen der Sporthalle in die heiße Phase gehen, haben wir aus der Zeitung erfahren, dass sich der Bau unserer Halle nach hinten verschieben könnte. Das geht aber gar nicht. Wenn die Gesamtschule die Krotthalle bekommt, fehlen uns 54 Hallenstunden in der Woche. Wir müssen den Sportunterricht abdecken. Wir sind gezwungen, in jeder Stufe den Sport dreistündig anzubieten, weil unsere Schüler die Möglichkeit haben sollen, Sport als Abiturfach zu wählen. Und drei Stunden sind eine wesentliche Voraussetzung dafür.

Die Nutzung der Walter-Rütt- und der Krotthalle sind für das Gymnasium mit erheblichen Problemen verbunden. Welche sind das?

Becker-Jax: Die Wege zu beiden Hallen sind sehr lang. Gerne erinnere ich an die hohen Kosten, die die Busse verursachen, die unsere Schüler zur Krotthalle fahren. Es gibt außerdem regelmäßige Beschwerden von Eltern, die solche weiten Wege der Kinder zu den Sportstätten für nicht akzeptabel halten.

Richterich: Diese Anfahrtszeiten führen zu Kürzungen der Sportzeit der Schüler, ebenso wie die Tatsache, dass unsere letzte Stunde zu einer Zeit endet, zu der die Vereine bereits in die Hallen möchten. Außerdem ist eine dreifache Ausstattung mit Sportmaterial notwendig, weil Sportmaterial sowie Lagerräume in allen drei Sporthallen gesondert vorhanden sein müssen.

Wie wird es weitergehen?

Becker-Jax: Ich würde mir wünschen, dass Verwaltung und Politik mit uns das Gespräch suchen. Dass wir über solche Entwicklungen aus der Zeitung erfahren müssen, ist sehr schade.

Mehr von Aachener Zeitung