Herzogenrath: „Demenz-Gold-Label“ für Seniorenzentrum

Herzogenrath: „Demenz-Gold-Label“ für Seniorenzentrum

„Go for Gold“ — heißt es nicht nur für die Athleten in Sotschi, sondern auch für das Team vom Walter-Heckmann-Senioren- und Sozialzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Merkstein. Denn das darf sich seit dieser Woche mit der Auszeichnung „Demenz-Label in Gold“ der Städteregion Aachen schmücken.

Die Einrichtung in der Marie-Juchacz-Straße ist damit städteregionsweit die zweite Einrichtung ihrer Art, die das goldene Label erworben hat. Wie bei den sportlichen Wettkämpfern auch, ist diese Urkunde ein Ergebnis langer Arbeit und Vorbereitungszeit, wie Einrichtungsleiter Lothar Czecharowski in einer kleinen Feierstunde im Saal des Hauses berichtete. „Schon mit dem Umbau im Jahre 2006 haben wir neben der räumlichen Veränderung auf die weitere fachliche Aus- und Weiterbildung gesetzt.“

Durch Selbstreflektion über die tägliche Arbeit und durch die Betrachtung von externen Fachleuten sei es möglich geworden, gewisse „weiße Flecken“, die während der Arbeitsabläufe vielleicht weniger im eigenen Bewusstsein deutlich werden, zu bearbeiten. „Das Audit der Städteregion hat uns sehr deutlich aufgezeigt, dass es noch einige Punkte gibt, die es zu verbessern gilt“, blickte Czecharowski zurück.

In die gleiche Kerbe schlug auch Dr. Manfred Barutta vom Amt für Altenarbeit der Städteregion Aachen. Er spannte einen gedanklichen Bogen zu den Anfängen des Qualitätsmanagements in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen bis hin zu den jüngsten Entwicklungen. „Es ist manchmal ein unglaublich zähes, aber auch spannendes Ringen“, unterstrich Barutta, der in diesem steten Prozess, der nie stehenbleibe, ein weiterentwickeltes, immer praxisgerechteres Demenzlabel sieht.

Für die AWO-Einrichtung in Merkstein dauerte die Entwicklung bis zur Label-Verleihung vom Start im Herbst 2011 bis zum Januar dieses Jahres. „Das liegt auch daran, dass wir unsere Anforderungen immer mit dem Stand der Pflege abgleichen“, schloss er. Nur so könne eine Auszeichnung entstehen, die nicht als bloßes Label an der Wand hänge, sondern tatsächlich den Qualitätsgedanken in der Pflege über die Mitarbeiter auch den Bewohnern zukommen lasse.

Dass Pflege Veränderung braucht, findet auch Günter Schabram vom Dezernat für Soziales und Integration der Städteregion. „Wir wollen demenzfreundliche Kommunen“, betonte er und freute sich, dass stetig fortgebildete Mitarbeiter dieser Einrichtung nicht nur Garant für das Erreichen des Labels seien, sondern mit ihrem Wissen auch Teil eines Netzwerks von Ansprechpartnern in Sachen Demenz bildeten. „Ohne die Mitarbeiter hätten wir die Auszeichnung nicht erhalten“, schloss Lothar Czecharowski.

(mabie)