Kerkrade: Dem Geheimnis des Lebens auf der Spur

Kerkrade: Dem Geheimnis des Lebens auf der Spur

Die Geschichte des Lebens ist Milliarden Jahre alt. In ihr taucht der Mensch erst in letzter Minute auf. Woher stammt er? Wann wurde er zum Menschen? Die Geschichte der Evolution ist so spannend wie umfangreich.

Von der Evolutionstheorie des Charles Darwin bis hin zur modernen Gentechnik, die vielleicht den Verlauf der Evolution verändern könnte, spannt die neue Ausstellung im Kerkrader Discovery Center Continium den Bogen. Am Ende findet sich ein fast unscheinbares Reagenzglas.

Schlammspringer

Was da in farbloser Flüssigkeit schwimmt, ist ein Klumpen DNA, der Baustein des Lebens. Gezüchtet aus einem Tropfen menschlichen Blutes. Übrigens zur Verfügung gestellt von einem Reporter des „Spiegels”. Auch Journalisten sind eben nur Menschen aus Fleisch und Blut.

Zusammengestellt wurde die Ausstellung vom Deutschen Hygiene Museum Dresden. Ein Team von Mitarbeitern unter Leitung der Konservatorin Colleen Schmitz war rund anderthalb Jahre beschäftigt, alle wichtigen Erkenntnisse zur Evolutionstheorie und deren Umsetzung zusammenzuführen. Während sich Löwe und Tiger im wirklichen Leben nie über den Weg laufen würden - der eine lebt auf dem afrikanischen Kontinent, der andere in Sibirien oder etwa Indien - stehen sie in der Evolutionsausstellung in Kerkrade einträchtig beieinander.

Immerhin gehören sie zur gleichen Familie, auch wenn sie sich durch die verschiedenen Umwelteinflüsse den Lebensbedingungen ihrer jeweiligen Umgebungen angepasst haben. Auch so funktioniert Evolution, wie die Ausstellung zeigt. Neben solchen ausgestopften Exemplaren tummeln sich aber auch lebendige Arten im Discovery Center. In einem Aquarium finden sich zwei Schlammspringer, die aufmerksam jeden vorbei gehenden Besucher beobachten.

Sie sind Beispiel dafür, wie sich das Leben im Wasser entwickelt hat und dann an Land weitergegangen ist. Schwammspringer leben zwar hauptsächlich im Wasser, können ihre Flossen aber auch als Pfoten einsetzen und damit das Land betreten.

Die nächsten Verwandten des Menschen sind die Affen. Gorillas, Orang-Utans und Schimpansen haben zum größten Teil das gleiche Erbgut wie der Mensch. Ihnen folgt in der Ausstellung fast einer Wissenschaftskammer gleich eine Sammlung von Schädeln und Knochen - diese Nachbildungen dürfen im übrigen auch ertastet werden. Vom ersten Lebewesen, das aufrecht auf zwei Beinen gehen konnte, bis hin zum Menschen. Daneben der Schädel eines Neandertalers. Er wurde im Verlauf der Evolution selektiert, der Homo sapiens hatte die besseren Voraussetzungen, sich zu entwickeln.

Mit den interaktiven Teilen der Ausstellung können die Besucher selbst Tiere züchten: ein wuscheliges Schoßhündchen oder einen stolzen Jagdhund. Oder sie entdecken, welche Augenfarbe ihre Kinder haben werden. Das älteste Stück der Ausstellung ist ein 500.000 Jahre alter Keil, der als Werkzeug zur Verkleinerung etwa von Fleisch genutzt wurde.

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