Herzogenrath: Dem Förderverein fehlen Maschinen und Werkzeug

Herzogenrath: Dem Förderverein fehlen Maschinen und Werkzeug

Langzeitarbeitslose nicht aufgeben, ihnen eine Tagesstruktur bieten und sie vor allem qualifizieren, das ist das Ziel des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen. Vom Rotary Club Aachen Nordkreis hat er eine Spende in Höhe von 3000 Euro bekommen.

Der Verein beschäftigt etwa 60 Mitarbeiter, die arbeitslos waren, in verschiedenen Bereichen: Lager- und Logistik, Warenwirtschaft, Verkauf, Nähen und Schreinern.

Über 100 Einrichtungsgegenstände lagern in der ehemaligen Speditionshalle Im Straßer Feld in Herzogenrath, die 2014 zur Lager- und Werkhalle umfunktioniert wurde. Viele Schränke, die längst auf Vordermann gebracht werden könnten, stehen da. Das Problem: Es fehlt an Maschinen und Werkzeug für die Instandsetzung. 3000 Euro hat der Rotarier Club Aachen Nordkreis bereits gespendet. „Für die Anschaffung des neuen Equipments brauchen wir insgesamt aber 6000 bis 8000 Euro“, sagt Wilfried Hammers, Vorsitzender des Vereins.

Er erinnert sich: Vor 20 Jahren habe man in der Nacht zu Nikolaus Stiefel vor örtliche Haustüren gestellt. Sie enthielten neben Mandarinen und Nüssen die Bitte, für den Förderverein zu spenden. Damals habe das geklappt. Diese Aktion möchte der Verein in ähnlicher Weise wiederholen. Vom 19. November bis zum 6. Dezember werden Spenden gesammelt: „Jeder kann so viel geben, wie er kann und will“, sagt Hammers.

Eigentlich müsste der Verein die Mitarbeiter, die über das Jobcenter an Maßnahmen oder Projekten teilnehmen, nur beschäftigen, nicht etwa weiterqualifizieren. Der Verein hat sich Letzteres allerdings schon vor Jahren auf die Fahnen geschrieben. Denn: „Langzeitarbeitslose werden von der Gesellschaft ausgeschlossen. In der Werkstatt lernen sie, dass sie ihren Stärken vertrauen müssen“, sagt Sozialarbeiterin Eva Sommer.

Integration gelingt selten

Die meisten kämen mit Problemen wie Mietrückstände, fehlendes Selbstwertgefühl oder Depressionen — manchmal alles zusammen. „Die Mitarbeiter schöpfen hier wieder Mut. Allerdings nimmt das ab, je näher der Tag rückt, an dem die Maßnahme ausläuft“, sagt Hammers.

Er und seine Kollegen würden dies gerne ändern. Ihnen sind aber die Hände gebunden. Ist eine Maßnahme abgelaufen, kann der Mitarbeiter nicht länger beschäftigt werden. Trotz Hilfen gelingt die Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum. Die Gründe: fehlender Abschluss und/oder fehlende Ausbildung.

Umso wichtiger sind für den Verein Spenden, damit Arbeitslose so gut wie möglich qualifiziert werden — um das scheinbar Unmögliche vielleicht doch noch zu schaffen: eine Festanstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Der Förderverein plant außerdem ein Repair-Café. Die Idee: Das Café soll für alle offen sein. Man bringt eine alte Kommode oder so vorbei, beim gemeinsamen Anstreichen und Kaffeetrinken kommen der Café-Mitarbeiter und der Gast ins Gespräch. „Der Austausch ist gut für die Mitarbeiter“, ist sich Hammers sicher. Positiver Nebeneffekt: Die Holzgegenstände blieben länger im Wirtschaftskreislauf, und das käme der Umwelt und dem Naturschutz zu Gute. „Wir müssen abwarten und hoffen. Vielleicht klappt es ja“, ist Hammers wie immer zuversichtlich.