Das Aquana in Würselen will mehr Gäste ködern

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Das Aquana will mehr Gäste nach Würselen ködern

Von: Karl Stüber
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Wieder aufgetaucht: Dass das Freizeitbad Aquana auch über einen großen Außenbereich mit zwei Becken nebst großem Ruhebereich verfügt, ist kaum bekannt, wie die Verantwortlichen erkennen mussten. Die Angebote der Freizeiteinrichtung sollen nun besser vermarktet werden. Foto: Karl Stüber
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Die Zwei vom Aquana: Geschäftsführer Claus Nürnberg (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Arno Nelles wollen die Zukunft der Freizeiteinrichtung sichern und die Angebote ausbauen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Der Sturm „Friederike“ beschädigt im Januar die Dachhaubenkonstruktion des Würselener Freizeitbades Aquana, das vorsorglich wochenlang gesperrt werden muss. Im Stadtrat wird um die Sanierung der 20 Jahre alten Anlage und das jahrelange Defizit im laufenden Betrieb gestritten.

Ein achtjähriges Kind ertrinkt, wenig später wird ein Kleinkind gerade noch gerettet. Schlechte Schlagzeilen und stürmische Zeiten im und um das Freizeitbad. Wie soll es mit dem Aquana weitergehen, das pro Jahr rund 300.000 Gäste zählt?

Im Gespräch mit unserer Zeitung beschreiben Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Arno Nelles (SPD) und der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Euregio Freizeitbad Würselen GmbH & Co., Claus Nürnberg, die nähere Zukunft. Die hat schon längst begonnen, aber das haben offenbar noch nicht genügend Zeitgenossen mitbekommen, was durch ein effizienteres Marketing geändert werden soll.

Ziel: Bis zu 70.000 Gäste mehr

Nürnberg, der seitens der Aachener Eisele & Degen Consulting GmbH im Auftrag des Aquana-Aufsichtsrats die „Geschäfte besorgt“, will die Kompetenzen des Aquana als Schwimmbad und Freizeitzentrum ins Blickfeld rücken und mit neuen Angeboten die Auslastung erhöhen. „Wir können ohne Probleme 60.000 bis 70.000 mehr Besucher übers Jahr verteilt unterbringen, ohne dass es eng wird“, betont er.

Vor kurzem wurde zum Beispiel eine neue Schwimmschule für Kinder eingerichtet, wofür zwei Mitarbeiter speziell geschult wurden. In Aquafitkursen können Besucher etwas für ihre Gesundheit tun. Weitere Angebote sollen nachgelegt werden. „In unserer Gesellschaft wird das Erhalten von körperlicher und geistiger Mobilität immer wichtiger. Hier können wir wichtige Beiträge leisten. Und das Ganze ist entspannend und macht auch noch Spaß.“ Immer wieder soll dabei hinterfragt werden, was der Gast in seiner Freizeit erwartet.

Neben der Pflege des Internetauftritts werden die Besucher mit Flyern auf vielfältige Angebote aufmerksam gemacht. So gibt es am Samstag, 19. Mai, ab 15 Uhr wieder einen Spielnachmittag für die ganze Familie. „Beim ersten Mal haben mir Mitarbeiter erzählt, dass sich Gäste beim Rausgehen ausdrücklich für die schönen Stunden bedankt haben“, sagt Nürnberg. Ein Renner sind bereits die Kindergeburtstage, die das Aquana je nach Wunsch ausgestaltet.

„Da setzen wir natürlich auf Mundpropaganda. Wem es gefallen hat, der kommt wieder, und er erzählt anderen davon.“ Auf die Menschen zugehen, laute die Devise. Es geht um direkte Ansprache in Schulen und Kindergärten, um für das lebenswichtige Schwimmenlernen zu trommeln. Kooperationen mit Vereinen und Firmen im Umfeld stehen auf der Agenda. Erstmals waren Mitarbeiter beim Würselener Cityfest mit einem Infostand präsent.

„Wir haben festgestellt, dass viele gar nicht wissen, was das Aquana jetzt schon zu bieten hat“, sagt Nürnberg. Nur unzureichend sei bekannt, dass das Aquana über einen groß angelegten Freibadbereich verfügt. Die Sauna hat ein eigenes Becken. Zudem können Wohnmobilisten auf dem Gelände übernachten.

Und wann geht der Stadtrat im Aquana baden, um die Einrichtung besser kennenzulernen? Bürgermeister Nelles sagt, dass in gezielten Gesprächen vor Ort mit Fraktionen Aufklärungsarbeit geleistet wurde und wird. Die Aufsichtsratssitzungen finden übrigens im Ruheraum statt. Das sollte die Gemüter beruhigen. Eigentlich.

„Das Verhalten der CDU-Fraktion, die das Aquana immer wieder infrage stellt, ist kontraproduktiv“, sagt Nelles. Nürnberg wirbt für ein konstruktives Miteinander: „Voraussetzung für die positive Entwicklung des Aquana ist, dass der Gesellschafter, also Stadt und Stadtrat, hinter der Einrichtung stehen.“ Weitere wichtige Komponenten für den Erfolg seien ein schlüssiges Konzept und motivierte Mitarbeiter.

„Das Gebäude des Aquana ist keinesfalls marode“

Nürnberg will mit Spekulationen und Fehlurteilen aufräumen. „Das Gebäude des Aquana ist keinesfalls marode, wie es in der öffentlichen Diskussion heißt. Das ist Quatsch“, sagt Geschäftsführer Nürnberg. Der Schaden an der Dachhaubenkonstruktion, der am 18. Januar durch das Orkantief „Friederike“ verursacht worden ist, sei umgehend beseitigt worden. „Die Reparatur des Daches ist abgeschlossen. Die Anlage ist sicher.“ Dies sei von zwei Statikern überprüft und bestätigt worden. Dann erst sei die Anlage wieder vollständig für den Betrieb freigegeben worden.

Wie ist es zu dieser Irritation gekommen? Es lohnt sich der Blick zurück. Die Stadt Würselen selbst hatte durch Verlautbarungen den Eindruck eines Provisoriums entstehen lassen. So auch gegenüber unserer Zeitung (Ausgabe vom 25. Januar): Bei Sichtung der Sturmschäden sei herausgekommen, „dass die Befestigungsschrauben obendrein verrostet sind, was bislang in der Dimension nicht klar war“.

Bis zur Sanierung in der zweiten Jahreshälfte gebe es eine „Sofortmaßnahme“. „Mit dem Einziehen von Tauen und Streben soll die Dachkonstruktion in ihrer Statik stabilisiert werden“, hieß es seitens der Stadt Würselen, die hier die Öffentlichkeitsarbeit für die zu 100 Prozent städtische Betreibergesellschaft übernahm. Das klang nach Provisorium. Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Arno Nelles räumt ein, dass die Kommunikation besser laufen könnte.

Ungeachtet dessen ist das „Plexiglasdach“ 20 Jahre alt – von Wind und Wetter ist das Material gestresst. „Hier stellt sich die Frage, ob eine Sanierung reicht oder mittelfristig eine neue Konstruktion wirtschaftlich sinnvoller ist“, sagt Nürnberg. Derzeit das prüft ein Gutachter. Liegt das Ergebnis vor, wird sich erst der Aufsichtsrat (bestückt mit Ratsvertretern) damit befassen, dann werde der Stadtrat offiziell über die Ergebnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlung informiert, sagt Nelles.

Es sei ein ganz normaler Prozess, dass mit dem jahrelangen Betrieb Komponenten überholt oder ausgetauscht werden müssen. Das gilt auch für die technische Infrastruktur, betont der Geschäftsführer. Hier stehe die Beauftragung eines externen Gutachters an. Auch für diesen Bereich sollen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen in den Gremien ventiliert werden „Hier wollen wir durch Modernisierung Energiekosten senken und umweltschonender sein.“ Auch das Gesundheitsamt der Städteregion ist an Bord, um sicherzustellen, dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden.

Bauliche Veränderungen als Konsequenz aus den zwei tragischen Unglücksfällen seien nicht geplant. Da habe sich das Aquana nichts zuschulden kommen lassen. Ohnehin werde der Sicherheitsstandard hochgehalten.

 

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