Alsdorf: Dana Kremer hat ein großes Herz für Hunde

Alsdorf: Dana Kremer hat ein großes Herz für Hunde

Dana Kremer ist 20 Jahre alt. Sie ist Tennisspielerin und steht seit einigen Wochen in der Weltrangliste in den Top 500, auf Platz 472. Sie ist viel unterwegs, in ganz Europa. Als sie vor einigen Wochen bei einem Turnier in Istanbul ist, macht sie eine Erfahrung, die ihr auch heute noch, zwei Monate später, Tränen in die Augen steigen lässt.

Dana ist auf dem Weg zum Mittagessen, als sie auf zwei Welpen und deren abgemagerte Mutter in einem leerstehenden Haus stößt. Sie holt ihnen Futter und stellt fest, dass sich nicht nur zwei Welpen, sondern zehn in dem Haus befinden.

Dana will helfen und setzt in den darauffolgenden Tagen alles daran, eine Unterkunft für die Tiere zu finden. Nach vielen Telefonaten findet sie eine Pension für die Tiere, eine Stunde von Istanbul entfernt. Die Rettung kommt für die Hunde in letzter Sekunde, denn die Hunde, gerade die Mutter, werden immer schwächer.

In der Pension werden die Welpen und Mutter von einer Tierärztin untersucht. Mit einem guten Ergebnis: Sie sind gesund. „Das hat mich total gefreut. Nach einigen Tagen waren die Hund schon viel fitter und glücklicher“, sagt Dana. Aber in Dana reift der Wille, mehr als nur eine Unterkunft für die Hunde zu finden. Sie will die Hunde nach Deutschland holen. Und zwar alle.

Das ist aber gar nicht so einfach. Wer Tiere aus dem Ausland nach Deutschland holen möchte, muss einiges beachten, wie Dr. Anna Woitok vom Veterinäramt der Städteregion Aachen auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Vor allem was Seuchen betrifft, denn danach richtet sich, welcher Hund wann eingeführt werden darf.

Laut EU-Gesetz ist das Herkunftsland der Tiere von großer Bedeutung, weil es darüber entscheidet, wann die Überführung der Hunde nach Deutschland vollzogen werden darf. Kommt der Hund aus einem EU-Land, darf er 21 Tage nach der ersten Tollwutimpfung nach Deutschland gebracht werden.

Kommen die Hunde aus einem gelisteten Drittland, wie zum Beispiel der Schweiz, oder einem nicht gelisteten Land, wie zum Beispiel in Danas Fall der Türkei, ist das Prozedere ein anderes. „Deutschland ist seit 2008 tollwutfrei. Damit das so bleibt, gelten strenge Richtlinien, was den Transport von Hunden aus dem Ausland nach Deutschland betrifft“, erklärt Woitok.

Tollwut ist auf Menschen übertragbar und führt bei Menschen, die nicht geimpft sind, zum Tod. Die Türkei zum Beispiel ist nicht tollwutfrei. Deswegen dauert die Prozedur, bis der Hund nach Deutschland darf, auch länger. Bedeutet konkret: 30 Tage nach der Impfung wird dem Hund eine Blutprobe entnommen.

Dabei kann festgestellt werden, ob der Hund Antikörper gegen das Tollwut-Virus gebildet hat. Ist das der Fall, muss er drei Monate in Quarantäne, damit er keinen Kontakt mit Wild- oder Straßentieren hat, die wiederum Träger des Virus‘ sein könnten. Weil Hunde grundsätzlich erst ab der zwölften Lebenswoche geimpft werden dürfen, vergehen also insgesamt etwa sieben Monate, bis die Hunde nach Deutschland transportiert werden dürfen.

Impfung und Bluttest

In Danas Fall ist neben der Impfung und den Bluttests alles schon passiert. Die Hunde befinden sich zurzeit in Quarantäne — in der Pension, in der Dana die Hunde im August abgegeben hat. Für die Zeit bis Februar, bis Dana die Hunde nach Deutschland bringen kann, musste sie Vorkasse leisten. 7500 Euro fragt sich die Pension für Futter, Unterbringung und Tierarzt. „Viele sagen, dass das Abzocke ist. Aber ich habe ein gutes Gefühl, sagt Dana.

Bis die Hunde nach Deutschland kommen, muss sie sich noch um einiges kümmern. Laut Veterinäramt darf Dana privat ohnehin nicht alle Hunde nach Deutschland holen. Maximal fünf Hunde. Wo Dana die Hunde unterbringt, weiß sie noch nicht. Sie habe zwar Freunde, die sie unterstützten und bei denen die Hunde erst einmal bleiben könnten. „Am liebsten würde ich sie alle bei mir aufnehmen“, sagt Dana. Aber das ginge natürlich nicht. Sie lacht und ergänzt: „Ich bin in Verhandlungen mit meiner Mutter, ob wir zumindest einen Hund behalten können.“