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Würselen: Damit Sehnsucht zur treibenden Kraft wird

Würselen : Damit Sehnsucht zur treibenden Kraft wird

Was den Dienst von Pfarrerin Dorothea-Elisabeth Alders in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden anbetrifft, wurde vor einigen Wochen schon ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Eingeführt in ihr Amt wurde sie durch Superintendent Hans-Peter Bruckhoff im Rahmen eines vom Posaunenchor und vom Kirchenchor festlich gestalteten Gottesdienstes. Dadurch solle bewusst gemacht werden, dass ein solcher Dienst der Fürbitte und des Segens Gottes bedürfe.

„Wir feiern Gottesdienst, um der Stimme Gottes Gehör zu verschaffen”, veranschaulichte er, wie Gottes Wort auch in unserer Zeit noch Perspektiven eröffne. Es zu verkünden sei keine vergebene Liebesmüh, weil es einen längeren Atem als das Menschenwort habe.

Bruckhoff: „Gottes Wort ist Brot, ist Nahrung für unsere Seele.” Und: „Es lebt mitten unter uns, es ist kein Programm und keine Parole, die zum Durchhalten aufruft.” Denn: „Gottes Wort ist eine Person, die durch Jesus Christus leibhaftig unter uns gelebt hat.”

Der Superintendent ermunterte die neue Pfarrerin, mit Geduld den Boden zu beackern, mit Liebe und Sorgfalt einander Beachtung zu schenken, dann werde Gott seinen Segen dazu geben. Er erinnerte aber auch die Gemeinde daran, dass alle Mitglieder zum Dienst aufgerufen sind.

Die Segenswünsche, die ihr im Gottesdienst mit auf den Weg gegeben wurden, gipfelten im Wort „Gott ist unsere Zuversicht.” Mit guten Wünschen reihten sich auch der langjährige Vorgänger Franz Wattjes und im Sinne der Ökumene Regionaldekan Hans Rolf Krewinkel ein.

Harsche Kritik

In ihrer Predigt nahm die ordinierte Pfarrerin Dorothea-Elisabeth Alders Bezug auf das Plakat für die 25. ökumenische Friedensdekade, auf dem mit „Recht ströme wie Wasser” ein Wort Amos, des ältesten alttestamentarischen Propheten, aufgegriffen wird.

Bereits er, Amos, habe 450 Jahre vor unserer Zeitrechnung harsche Kritik an der Gemeinde geübt, weil in ihre Recht gebeugt worden sei. Seine Sehnsucht habe er der Wirklichkeit seiner Tage entgegengesetzt.

Die neue Pfarrerin fand heraus, dass die häufigsten Worte, die im neuen Testament vorkommen, Gerechtigkeit und Frieden sind. Es handele sich dabei keineswegs um Worthülsen. Vielmehr seien sie ein Auftrag an die Gemeinde. Sie führte ihr dabei vor Augen, dass es auch in unserer Zeit genug gute Gründe zur Sehnsucht und zum Seufzen nach Gerechtigkeit und Frieden gebe.

Überzeugt war Dorothea-Elisabeth Alders, „dass unsere Sehnsucht danach zu einer Kraft werden kann, die in Wallung versetzt, zu einer Quelle, die nie versiegt”. Mit Freuden stellte sie bei ihrer Ordination fest: „Ich habe in kurzer Zeit schon erlebt, dass es in der Gemeinde Menschen gibt, die etwas bewegen wollen.” Eine ganze Reihe von Beispielen konnten sie dafür sprechen lassen.

Beim Empfang im Gemeindesaal schüttelte die neue Pfarrerin die Hände zahlreicher Gemeindemitglieder. Sie gaben ihr dabei persönlich gute Wünsche für ihren Dienst in und an der Gemeinde mit auf den Weg. Bei Kaffee (Tee) und Kuchen wurden erste oder weitere Kontakte für die Zukunft geknüpft.