Herzogenrath: Chancen im Kampf gegen die Abtreibung

Herzogenrath: Chancen im Kampf gegen die Abtreibung

„Wir möchten Menschen für das Leben begeistern, Frauen eine positive Perspektive schaffen“, betont Kristijan Aufiero. Der Heidelberger ist Projektleiter von „1000plus“, einem Projekt, das schwangere Frauen im Konflikt berät und ihnen hilft, Möglichkeiten für sich und ihr Kind zu entdecken. Er zeigte beim Herzogenrather Montagsgespräch Lösungen auf. „Hilfe statt Abtreibung“ lautet sein Motto.

„Wir beschäftigen uns heute auf eine besondere Weise mit dem Leid vieler Frauen in Schwangerschaftskonflikten. In den letzten vierzig Jahren wurden mehrere Millionen Kinder in Deutschland abgetrieben“, sagte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Gleichzeitig manifestiere sich der Kindermangel in Deutschland immer mehr.

„Die Tötung ungeborenen Lebens hat sich zu einem weithin anerkannten Mittel zur Familienplanung entwickelt. Aber die scheinbare Normalität hat eine Kehrseite, nämlich das Leid der ungewollt schwangeren Frauen, vor dem die Gesellschaft wegschaut, ihre Verzweiflung nach einem Schwangerschaftsabbruch“, betonte Rodheudt.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes kommt derzeit auf sieben Geburten eine Abtreibung. „Uns bewegt die Frage nach dem ‚Warum‘. Wir sind ein wohlhabendes Land. Nur 3,1 Prozent aller Abtreibungen haben eine medizinische Indikation, nur 3,6 Prozent der werdenden Mütter sind unter 18 Jahre und nur 0,02 Prozent haben eine kriminologische Indikation“, zählt der Referent auf. Mit seinem engagierten Vortrag hielt er ein Plädoyer für das Leben.

Eine potenzielle Behinderung oder eine Schwangerschaft als Folge einer Vergewaltigung seien keine Abtreibungsmotive, die in eine Diskussion eingebracht werden könnten. „Diese Gründe betreffen nur einen Bruchteil der Frauen. Die Motive der anderen Konfliktfälle liegen also woanders.“ Oft sei es die wirtschaftliche Situation, die Sorge um den Arbeitsplatz. „Das sind Dinge, bei denen man eine Lösung finden kann“, sagte Aufiero.

Streiter für das Leben

Die werdenden Väter seien oft diejenigen, die das Kind nicht wollen, erzählte Aufiero. „Frauen fühlen sich dann zu einer Abtreibung gedrängt, um die Beziehung zu retten. Wir würden gerne auch die Männer beraten, sie einmal ‚durchschütteln‘, betont der Referent. 1346 Frauen haben seine Mitarbeiterinnen 2012 beraten. Das Angebot wird ausschließlich über Spenden finanziert. Nach einer Beratung haben sich 67 Prozent der Frauen für ihr Kind entschieden — ein riesiger Erfolg, den Aufiero und sein Team gerne weiter ausbauen möchten.

Lesung mit Matthias Matussek

Bereits am 2. Dezember gibt es um 19.30 Uhr ein „Montagsgespräch spezial“. Zur Einstimmung in das Geheimnis der Weihnacht liest Matthias Matussek aus seiner Weihnachts-Novelle „Die Apokalypse nach Richard“. In Richard Königs Haus laufen die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Doch Weihnachten ist nicht mehr das, was es einmal war. Und dann kommt doch alles ganz anders.

Matussek erzählt die Geschichte einer Familie, der an Weihnachten Hören und Sehen vergeht. Im Anschluss unterhält sich der ehemalige Spiegel-Kulturchef mit Pfarrer Guido Rodheudt im Pfarrzentrum St. Gertrud (HOT), Erkensstraße/Ecke Schütz-von-Rode-Straße. Der Eintritt ist frei.

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