Baesweiler: Chance, Kinder einmal anders als zu Hause zu erleben

Baesweiler: Chance, Kinder einmal anders als zu Hause zu erleben

„Herzlich willkommen, Ho? geldiniz”, schallte es durch das Familienzentrum „Sonnenschein” Im Kirchwinkel in Baesweiler. Die freundliche Begrüßung auf insgesamt fünf Sprachen galt einem besonderen Gast.

Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration beim Minister für Arbeit, Integration und Soziales, war nach Baesweiler gekommen, um ein gemeinsames Projekt des Familienzentrums mit der Städteregion Aachen kennenzulernen.

Timur Bozkir von der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte (RAA) der Städteregion hatte ein buntes Programm für die Kinder und speziell ihre Väter im Gepäck.

Die Arbeit mit Vätern mit Migrationshintergrund ist wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit in der Städteregion. Ziel ist es, Väter intensiver in die Erziehung der Kinder mit einzubeziehen und ihre Erziehungsverantwortung zu stärken.

Auch das Integrationsministerium möchte Väter mit Migrationshintergrund ermuntern und unterstützen, sich stärker an der Kindererziehung zu beteiligen. Um sich ein Bild über die Initiativen vor Ort zu machen, reist Staatssekretärin Kaykin durch das Land und besichtigt verschiedene Einrichtungen.

Vor dem Termin in Baesweiler hatte Kaykin bereits Projekte in Köln und Düsseldorf besucht. Weitere stehen auf dem Programm. Neben den Projektbesuchen ist eine Broschüre mit Beispielen guter Praxis geplant. Im Familienzentrum „Sonnenschein” stand an diesem Tag das Gestalten von Zaunpfählen auf dem Programm. Gemeinsam malten und arbeiteten Väter und Kinder an ihren Werken. Außerdem wurden Waffeln gebacken und Stockbrot direkt über dem Feuer geröstet.

Gerade solche gemeinsamen Aktivitäten sind es, die Kinder und Väter einander näher bringen, ist sich Timur Bozkir sicher. „Die Aktionen sind für viele Väter eine Gelegenheit, ihre Kinder einmal ganz anders als zu Hause zu erleben, und die Kinder haben Spaß daran, endlich einmal den Vater für sich alleine zu haben”, erklärt er den Erfolg der Maßnahmen.

Zu allen Aktionen sind Väter mit und ohne Migrationshintergrund eingeladen. Fester Bestandteil der Arbeit der Städteregion sind auch das Vater-Kind-Zelten und der Vater-Kind-Lego-Tag. Solche Angebote organisiert die RAA meist in Kooperation mit Einrichtungen, mit denen auch in anderen Bereichen wie der Sprachförderung zusammengearbeitet wird.

Bereits seit elf Jahren bietet die RAA im Familienzentrum „Sonnenschein” das Programm „Rucksack”, seit neun Jahren das Programm „Griffbereit” an. Beide zielen auf eine intensive Sprachförderung für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. Auch dabei werden die Eltern von Anfang miteinbezogen.

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