Alsdorf: CDU Alsdorf setzt auf mehr Bürgerbeteiligung

Alsdorf: CDU Alsdorf setzt auf mehr Bürgerbeteiligung

„Elf plus x“ Sitze im Stadtrat will die CDU bei den Kommunalwahlen am 25. Mai erringen, gibt der aktuelle Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Franz Brandt als Devise aus. Und will damit mindestens wieder das Ergebnis der letzten Kommunalwahl einfahren.

Auch wenn und gerade weil im Zuge der Abspaltung von der Alsdorfer Bürger Union (ABU) fünf der ursprünglich elf Mandate der Union „gekapert“ wurden. Die Alsdorfer CDU lebt und kämpft (wieder) — um das Vertrauen der Wähler und um eine (noch) bessere Zukunft von Alsdorf. So der Eindruck bei der recht späten Vorstellung des Wahlprogramms.

Aber auch den Herausforderer von Amtsinhaber Alfred Sonders (SPD) haben die Christdemokraten erst nach langer interner Diskussion aufgestellt. Spitzenkandidat Franz Brandt weiß an seiner Seite den Alsdorfer Parteivorsitzenden Dieter Lothmann und ein aus Sicht der Union qualifiziertes Kandidatenteam. Akademiker, Selbstständige, Handwerker und andere Berufsgruppen sind vertreten. Zudem sind von den 19 Direktkandidaten „10 unter 40 Jahre alt“, verweist Lothmann auf eine gute Mischung, die auch den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht werde.

Mit diesem Personal (auf den Wahlplakaten prangt der Slogan „Das beste Team für Alsdorf“) und dem Programm namens „Alsdorf: Stadt der Ideen — Damit unser Zuhause Zukunft hat!“ will die CDU punkten und bis 2020 mit möglichst vielen Stadtverordneten für die Bürgerschaft Politik machen. Schulen sind dabei ein wichtiges Thema. Die Union will solche Einrichtungen vor Ort erhalten. Dependance-Lösungen sollen zum Zuge kommen, um kleinere Schulen zu erhalten. Franz Brandt erinnert an das Aus für die Grundschule Busch. Da habe die Mehrheits-Politik anderer einen zu kurzen Atem gehabt. Angesichts der Neubaugebiete stelle sich nun heraus, dass es wieder schwierig werde, Betreuungsplätze für kleine Kinder vor Ort zu finden. Das werde sich zeitversetzt auch bei der Beschulung noch auswirken.

Ulrike Wagner, selbst Lehrerin, setzt sich dafür ein, flächendeckend Sozialarbeiter an den Schulen einzusetzen. Zudem soll die „sehr gut sanierte“ Elisabethschule im Zuge der Inklusion die Förderschule der Städteregion Aachen auch für Kinder aus Würselen, Herzogenrath und Baesweiler sein. Bei der Betreuung in Kindertagesstätten tritt die CDU für flexiblere, dem Arbeitsleben entsprechende Zeitfenster ein. Wichtig ist den Christdemokraten bei alledem der Elternwille. Die Einrichtung eines Jugendkongresses soll die aus Sicht der CDU zu politische Besetzung von Jugendparlamenten ersetzen und auch virtuell über Netzwerke für mehr Beteiligung sorgen. Über den grünen Klee lobt Franz Brandt die Arbeit von Streetworkern, die in Alsdorf verstärkt zum Einsatz kommen sollen. Für den Erhalt des Alsdorfer Jugendamtes tritt Kandidatin und Sozialpädagogin Alexandra Brandt ein.

„Runder Tisch“ Bahnhofstraße

Der studentische Ideenwettbewerb in Sachen Innenstadtentwicklung will die Union durch einen (be-)ständigen „Runden Tisch“ für die zentrale Bahnhofstraße ergänzen. „Wir planen gemeinsam mit Anwohnern und Geschäftsinhabern, wie wir mehr Parkraum direkt bei den Geschäften für Kunden und Inhaber schaffen und die Verkehrssituation verbessern“, steht im Programm.

Aber die Stadtteile sind mindestens genauso wichtig, betonen die Kandidaten. Deshalb sollen Rat und Fachausschüsse mehr Bürgernähe zeigen, indem sie auch jeweils vor Ort tagen und die Bürger zur Diskussion und Beteiligung ermutigen. Eigenen Zukunftspläne für alle Stadtteile sollen gemeinsam mit den Bürgern entwickelt werden, will die CDU im Stadtrat durchsetzen. Dazu gehört ein differenzierten Sozialplan für das gesamte Stadtgebiet, nicht nur für Mitte. Alsdorfer Unternehmen will die Union zur Teilnahme an einem Arbeitshilfe-Plan einladen, um in Ergänzung des Angebots der Agentur für Arbeit einen „städtischen Arbeitsmarkt“ zu schaffen. Überhaupt mehr Bürgerbeteiligung ist Anliegen der Union. Dazu gehört auch ein einzurichtender Generationenausschuss, der kritisch analysieren soll, ob Entscheidungen des Stadtrates generationengerecht sind.

Weiter im Blick hat die CDU die Verkehrssituation am Mariadorfer Dreieck. So will man in Sachen Rückstau auf der Eschweiler Straße für Abhilfe sorgen, zumal nach Kenntnis von Lothmann alternativ Schleichverkehr umliegende Siedlungsgebiete belastet.

Die verkehrliche Belastung bewegt die Alsdorfer Christdemokraten auch bei dem ansonsten begrüßten Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) und Dokumentationszentrum Energeticon, die derzeit am Rande des Annageländes entstehen. „Da werden wir ein Problem bekommen, das rechtzeitig geregelt sein will“, sagt Brandt. Und es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Themen, denen sich die Alsdorfer CDU in ihrem Wahlprogramm annimmt und auf Zustimmung hofft.

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