Alsdorf: „Carmina Burana“ kraftvoll präsentiert

Alsdorf: „Carmina Burana“ kraftvoll präsentiert

Kurz und kräftig wie ein Gewitter: So lässt sich das jüngste Kultureignis in der Alsdorfer Stadthalle summieren.

Dirigent Günther Kerkhoffs und die vereinigten Heerscharen von Städtischem Chor, Städtischem Kinderchor, Schaufenberger Kirchenchor und Schlagzeugensemble Dirk Offelder gestalteten zusammen mit Gesangssolisten, den beiden Pianisten Judith Kaminski und Peter Grauer sowie dem Ensemble der Ballettschule „Harlekin“ die rund einstündige Aufführung zum Europafest von Carl Orffs „Carmina Burana“ so plastisch und vital als wäre das gesamte Spektakel wie im Rausch vorüber gezogen.

Die Tänzerinnen trugen in der Choreographie von Heike Schrey und Uschi Vleek wesentlich zum Gelingen bei. Ohne großen Ausstattungsschnickschnack im Hintergrund formte das Ensemble immer wieder neue quicklebendige Szenen und Bilder, verliehen so dieser Produktion eine spannungsreiche Körperlichkeit. Dirigent Kerkhoffs und die zur Linken der Bühne gruppierten Solisten, Sänger und Instrumentalisten trugen dank der zupackenden musikalischen Leitung wesentlich auf ihre Weise zur Verstärkung dieses Effektes bei.

Überzeugen konnten der Dirigent und seine Mitstreiter im Wesentlichen dadurch, dass sich ganz der plakativen Wirkung von Orffs Melodien, die ohne große Umweg von Ohr und Gemüt Besitz ergreifen, überließen. Das gab dem Gesamtklang etwas ungeheuer Kraftvolles, eine Energie, die die Menschen im Publikum unwillkürlich mit sich fortzog. Was auf den Podien für Sänger — hier sind die drei Solisten Sabine Schneider (Sopran), Christian Brülls (Bariton) und Joaquin Asiain (Tenor) besonders zu nennen — und Instrumentalisten begann, setzte sich auf der Bühne im Ballett nahtlos fort. Nie riss der Spannungsbogen ab, auch wenn Zartes und Derbes auf einander trafen. Dass diese Aufführung zum Erlebnis wurde, liegt ganz besonders daran.

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