Baesweiler: Carl Alexander: Lebendige Rückblicke auf die Zechenzeit

Baesweiler: Carl Alexander: Lebendige Rückblicke auf die Zechenzeit

Die Erinnerungen sind lebendig. Immer noch und bei sehr vielen. Selbst 40 Jahre nach dem Ende der Kohleförderung in Baesweiler. Am 1. September 1975 gingen auf Carl-Alexander die letzten Lichter aus, doch dunkel wurde es in der gesamten Stadt.

Wohl kaum einer hätte seinerzeit einen Pfifferling darauf verwettet, dass die sich wieder berappelt und einen Strukturwandel meistern kann. An die florierende Zechenzeit und an den neu erblühten Gewerbestandort wollen der Geschichtsverein Baesweiler und die Stadt mit einer Veranstaltungsreihe erinnern. Motto: „40 Jahre und nicht vergessen“.

„Dieses gemeinsame Zurückblicken ist wichtig für eine Stadt wie Baesweiler — und es drückt auch den Respekt vor den ehemaligen Bergleuten aus“, sagt Klaus Peschke, eines der umtriebigen Mitglieder des Geschichtsvereins. 2008 bereits hatte es einen ähnlichen, kleineren Rückblick gegeben. „Damals war die Resonanz riesengroß“, erinnert er sich. Diesmal wird ein komplettes „Erinnerungswochenende“ stattfinden, und zwar von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. August.

Den Auftakt markiert bereits am Mittwoch, 19. August, das 23. Baesweiler Wirtschaftsgespräch. „Schichtwechsel: Bis 1975 unter Tage — wie sieht‘s 2015 über Tage aus?“ ist es überschrieben. Um 19 Uhr sind dazu Gäste im ITS, Arnold-Sommerfeld-Ring 2, willkommen. Den Hauptvortrag hält Professor Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung und einer, der die Entwicklung seit 1975 auch aus Sicht eines Baesweilers miterlebt hat.

„Er ist geradezu prädestiniert, diese Entwicklung zu werten“, freut sich Bürgermeister Dr. Willi Linkens auf den Vortrag, dem Gesprächsrunden mit Unternehmern folgen werden. Vertretern von Firmen, die dazu beitrugen, das Gewerbegebiet zu formen, in dem es zum Ende dieses Jahres rund 4000 Arbeitsplätze geben wird. Linkens: „Als der EBV noch blühte, wollte er partout kein anderes Gewerbe in der Stadt, möglichst wenige konkurrierende Arbeitsplätze.“ So kam es, dass nach dem Ende zunächst nichts da war. Was folgte, wird bei dem Abend skizziert. Der Eintritt dazu ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Erinnerungen von Zeitzeugen wie Wilhelm Nacken, der von 1962 bis 1975 Betriebsführer auf Carl Alexander war, werden bei allen Veranstaltungen gefragt sein. Gut 2000 Arbeiter waren vom Aus betroffen, nur 1700 konnten in anderen Zechen zunächst neu beginnen. „Das war eine ganz harte Zeit, es brauchte viel Mut und Kraft, um nach dieser Situation in Baesweiler weiterzumachen.“

Wenn ein Mann wie Wilhelm Nacken erzählt, wird vieles wieder lebendig. Und erzählen will er gern. Etwa bei einer Ausstellung und bei einem Treffen mit ehemaligen Kumpeln .

(siehe Infobox)