1. Lokales
  2. Nordkreis

Alsdorf: Busch: Grundcharakter soll bewahrt werden

Alsdorf : Busch: Grundcharakter soll bewahrt werden

Volles Haus in Busch: Die Stadtverwaltung informierte in einer Bürgerbeteiligung über den Bebauungsplan 276 und die Gestaltungssatzung im Bereich „Am Waldsaum”.

Der EBV verkauft seine Häuser in Alt-Busch. Das hat bei vielen Mietern und Käufern zu Verunsicherung geführt, weil es zu diesem Komplex offene Fragen gibt. Aus dem Grund hatte die Verwaltung bereits Anfang des Jahres über die Veränderungen informiert, um zu erfahren, was in dem jetzt aufzustellenden Bebauungsplan zu berücksichtigen ist.

Alsdorfs Chefplaner Harald Richter versicherte, dass die damals vorgetragenen Wünsche berücksichtigt seien. Wegen der laufenden Verkaufsgespräche sollen beide Satzungen so schnell wie möglich rechtskräftig werden. Sie werden im Januar 2004 im Fachausschuss und im Februar im Rat behandelt.

Auf eine Unterschutzstellung der Siedlung Busch sei verzichtet worden. Über eine Gestaltungssatzung wolle man den günstigeren Weg einschlagen, um die Weiterentwicklung der Altsiedlung zu ermöglichen, ohne sie zu „verunstalten”. Die Satzung entspreche dem Strickmuster der Siedlung Blumenrath, so Richter.

Holger Müller vom EBV stellte den Plan mit den gesamten privaten Grundstücken vor. Zudem ist festgelegt, wo gebaut werden kann. Er erläuterte mögliche Neu- und Anbauten. Dabei soll die Geschossigkeit den vorhandenen Häusern angelehnt werden. Müller ging auch auf Stellplätze und Garagen ein. Vorhandene Garagen sind gesichert, neue nicht zulässig. Einige Buscher plädierten dafür, dort, wo neben den Gebäuden Platz ist, Garagen zu erlauben.

Vorhandene Hecken entlang der Straßen sollen erhalten bleiben. Dies gilt auch für Wirtschaftswege, die durch Gärten verlaufen. Soweit nach hinten heraus neue Anbauten entstehen, muss jeder auf die Grenze des Nachbarn bauen. Die Grundstücke dürfen bis 40 Prozent bebaut werden. Festgelegt werden auch Gartenhäuser und Schuppen.

Harald Richter ergänzte, dass Erweiterungen der Häuser nach hinten bis zu fünf Meter Tiefe möglich sind. Auch sei dem Wunsch von Bürgern entsprochen worden, keine Stellplatzanlagen vorzusehen. Wegen noch vieler offener Fragen erklärte er, dass im Januar eine kommunale Bauberatung für jeden Interessierten angeboten werde. „Wichtig ist, dass der Grundcharakter der alten Siedlung Busch erhalten bleibt.”

Weiße Holzfenster

Christina Pörsel (EBV) stellte anhand aktueller Bilder von unterschiedlichsten Haustypen in der Siedlung, wovon sie drei Typen ausgewählt hatte, die Gestaltungssatzung vor. Hierbei sprach sie zahlreiche Details an, von Materialen über Größen bis hin zur Farbe von Fassaden, Fenstern und Türen. So sind etwa nur weiße Holzfenster zulässig, in Ausnahmefällen auch in Kunststoff.

Alles, was vorhanden ist, genießt Besitzstand. Nach einer Studie von 1995 waren keine Rollläden erlaubt. Dies ist jetzt allerdings der Fall, wobei hierdurch aber die Fenster nicht verkleinert werden dürfen. Auch die Türen dürfen nur weiß und aus Holz oder Kunststoff sein, mit einem Glasanteil von 30 Prozent. Jetzt sind auch Geländer an Treppenanlage vorgesehen.

Fürs Dach sind nur rote Rheinlandziegel möglich. Vorgaben gibt es auch für Verklinkerung und Putzfarben. Dabei werden bestimmte Farben zum Außenanstrich vorgeschrieben, die sich an den vorhandenen Häusern orientieren. Zudem kam die Einfriedigung bis zur Bepflanzung der Grundstücke zur Sprache.

„Ziel der Gestaltungssatzung ist der Erhalt der Siedlung auf Grund historischer Bebauung. Wir wollen keine ,PapageiensiedlungÔ, sondern das Ortsbild erhalten, wobei Veränderungen natürlich möglich sind. Wir wollen an die Qualität der Siedlung anknüpfen, was bisher offensichtlich Konsens war”, betonte Harald Richter.

Günther Krämer von der Bürger- und Mietergemeinschaft Busch: „Was vorhanden ist, hat Bestandsschutz. Das Neue muss eingehalten werden. Damit können wir sicherlich leben.”