Alsdorf: Bus kracht frontal in Bankgebäude: Vier Verletzte, Haus geräumt

Alsdorf : Bus kracht frontal in Bankgebäude: Vier Verletzte, Haus geräumt

Warum die Fahrerin des Busses der Linie 220 am Donnerstag gegen 18.30 Uhr mit ihrem Gefährt in der VR-Bank am Mariadorfer Kreuz „gelandet“ ist, blieb zunächst unklar. Sie selbst, zwei Fahrgäste und der Insasse eines von zwei in den Unfall verwickelten Pkw wurden von der Feuerwehr leicht verletzt geborgen, wie Feuerwehrsprecher Christoph Simon vor Ort sagte.

Der Unfall geschah, als die Busfahrerin von der Aachener Straße aus Richtung Hoengen nach links in die Eschweiler Straße einbog. Während oder unmittelbar nach dem Abbiegevorgang kam die Busfahrerin aus bisher unklarer Ursache mit ihrem Fahrzeug linksseitig von der Fahrbahn ab. Hierbei fuhr der Bus über die entgegengesetzte Fahrbahn der Eschweilerstraße und prallte frontal in die Wand eines Gewerbe- und Wohnhauses.

Der Bus drang rund einen Meter tief in das Gebäude der Bank ein. Foto: Ralf Roeger

Die Busfahrerin selbst wurde leicht verletzt und mit einem Rettungswagen in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Durch die Wucht des Zusammenpralls wurden ebenfalls zwei Fahrgäste im Bus verletzt und zur ärztlichen Betreuung in ein Krankenhaus gefahren. Ein weiterer Verkehrsteilnehmer, der mit seinem Auto auf der Eschweiler Straße unterwegs war, wurde durch die Kollision mit dem Bus leicht verletzt.

Der Bus drang rund einen Meter tief in das Gebäude der Bank ein. Foto: Ralf Roeger

Beim Zusammenstoß wurde ein tragendes Wandstück zwischen zwei Fenstern der Bank weggerissen. Der Bus selbst kam mit der Fahrzeugfront in einem Beratungszimmer der Bank zum Stehen. Mauerwerk und Fensterteile wurden in den Geschäftsbereich geschleudert. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Alsdorf, Andreas Hodenius, rief den Baufachberater und Statiker des THW, Dr. Ing. Helmut Heuser, zur Einsatzstelle.

Bei dem Unfall wurden vier Personen leicht verletzt. Foto: Karl Stüber

Der Bus hatte einen tragenden Pfeiler getroffen. Vor dem Herausziehen des Fahrzeugs musste das Mauerwerk abgestützt werden. Die Bergung des Busses gestaltete sich umständlich, da die Bremsen zunächst blockierten und das Fahrzeug nicht ohne weiteres geborgen werden konnte. Der Transporter eines Verkehrsclubs lud einen der beiden beschädigten Pkw auf.

Die Bergungsarbeiten

Nach der Bergung beseitigte die Feuerwehr weitere beschädigte und vom Absturz bedrohte Teile der Außenfassade. Zur Stabilisierung und als Ersatz der vormaligen Mauerwand wurde der entstandene Durchbruch mit massiven Baustützen unterbaut.

Gegen 22.35 Uhr waren die Bergungsarbeiten weitgehend abgeschlossen und es konnte mit der Abstützung der Wandfläche begonnen werden. Die Stütz- und Verkleidungsarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Durch die Polizei wurde die Einsatzstelle umfassend abgesperrt. Auch der Erste Beigeordnete der Stadt Alsdorf, Ralf Kahlen, machte sich persönlich ein Bild von der Lage vor Ort.

Dass nicht mehr Menschen zu Schaden kamen, ist Glück. Der ärgste Berufsverkehr war bereits vorbei. Das Mariadorfer Dreieck ist eine vielbefahrene Kreuzung. Dort befinden sich Geschäfte und auf der anderen Seite ein Seniorenheim. In der Bank befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls weder Mitarbeiter noch Kunden, sie hatte kurz vor dem Unfallzeitpunkt geschlossen.

Die Kreisstraße 10 war in beide Richtungen bis zum Kreisverkehr über mehrere Stunden gesperrt. Über die drei anderen Einmündungen der Kreuzung floss der Verkehr weiter. Polizei und Feuerwehr zogen Trassierband, um die Neugierigen auf Distanz zu halten. Das Ordnungsamt evakuierte die Bewohner der über dem Einschlagloch des Busses befindlichen Wohnungen vorsorglich — wegen Einsturzgefahr des schwer angeschlagenen Gebäudes. Es handelte sich um die oberhalb der Bank gelegene Zahnarztpraxis und mehrere im zweiten und dritten Obergeschoss befindliche Wohnungen.

Um nicht Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, wurde für die betroffenen Wohnungsinhaber ein Mannschaftswagen als Aufenthaltsraum bereitgestellt. Nach Abschluss der Abstützarbeiten konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Bank wird bis zur vollständigen Wiederherstellung der Fassade durch einen Sicherheitsdienst bewacht.

Ein Gutachten soll jetzt klären, ob der Bus zur Tatzeit in einem technisch einwandfreien Zustand war oder ob eine technische Ursache Grund für den spektakulären Unfall war.