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Würselen: Burggrafen stießen auf ihr „50-Jähriges” an

Würselen : Burggrafen stießen auf ihr „50-Jähriges” an

Seit Jahren schon ohne Heimat, hat die 1955 in der Morsbacher Ludwigshalle gegründete KG Burggrafen dennoch die Zeiten überlebt. Da hatte sie aber auch allen Grund mit geschwellter Brust bei ihrem Ordensfest auf das 50-jährige Bestehen anzustoßen.

Wilfried Wacker, der Geschäftsführer des Karnevalsverbandes „Aachener Grenzlandkreise”, überbrachte nicht nur dessen Glückwünsche, sondern auch die des Bundes Deutscher Karneval, indem er dessen Fahnenschleife überreichte. Dabei würdigte Wacker die Verdienste, die sich die Burggrafen in den fünf Jahrzehnten um die Pflege und Förderung des Brauchtums Karneval, des schönsten Heimatfestes überhaupt, erworben hätten und immer noch erwerben würden.

Stellvertretend für viele nannte er drei Aktive der Gesellschaft, die im Ortsteil Morsbach Glanzpunkte der Narretei setzten und gesetzt hätten: den - verstorbenen - langjährigen Präsidenten Josef Küppers, den heutigen Ehrenvorsitzenden Hans Kaniewski und den immer noch aktiven Schatzmeister Karl-Heinz Crumbach.

Allerweltsfest?

Wacker: „Wo aber ein gewöhnliches Tanzvergnügen oder die Diskothek den Maskenball verdrängt, wo fernsehgerechtes Hochdeutsch den Dialekt aus der Bütt herauswirft und wo unverbindliche Politwitzchen die närrische Kritik ersetzen, da ist der Karneval in Gefahr ein Allerweltsfest zu werden.”

Es sei notwendig für eine typisch regional bezogene Feier des Brauchtums Karneval zu arbeiten, appellierte er, das Erreichte auf die Jugend zu übertragen. „Wir müssen die Arbeit für das Brauchtum so gestalten, dass die Jugend ihn sich zu eigen machen kann. Wir sollten nicht auf sie warten, sondern jeden Tag neu auf sie zugehen.”

Grenzlandwappen

Als Verbandsgeschäftsführer ehrte Wacker vier Karnevalisten der jubilierenden Morsbacher Gesellschaft. Andreas Crumbach, dem Mann für alle Fälle, hängte er das Grenzlandwappen um. Seit 25 Jahren Mitglied der Gesellschaft war er in jungen Jahren Kinderprinz, 1998 bekleidete er das Amt des Grafen. Mit dem Verdienstorden in Silber des Verbandes „Aachener Grenzlandkreise” wurden Geschäftsführer Karl-Erich Crumbach, der als Kinderprinz und 1993 als Graf auch schon das Narrenzepter schwang, Präsident Jochen Gülpen, der nicht nur Repräsentant seiner Gesellschaft ist, sondern auch bei handwerklichen Arbeiten mit Hand anlegt, und Vorsitzender Hans Gorgels, ein Verfechter volksnahen Karnevals mit besonderen Augenmerk für die Jugendarbeit, dekoriert.

Zum achten Male verlieh die KG den 1990/91 gestifteten Josef-Küppers-Sonderorden. Anlässlich des goldenen Jubiläums ging er an die Au Ülle, die, selbst gerade mal fünf Jahre alt, nicht nur bei der Gründung Pate gestanden hatten, sondern den Burggrafen auch in schwierigen Seiten treue Wegbegleiter gewesen sind. Vorsitzender Hans Gorgels: „Wenn wir unsere Patengesellschaft brauchten, war sie immer zur Stelle.”

Kläre Küppers, die Witwe des langjährigen Präsidenten, überreichte den Sonderorden stellvertretend dem Ülle-Präsidenten Achim Mallmann. Diese bedankte sich herzlich und revanchierte sich, indem er die Burggrafen als Ehrengäste zur Ülle-Galasitzung für den 15. Januar einlud.

Närrisches Jubiläum

Ganz auf das närrische Jubiläum abgestellt ist der Sessionsorden. Auf ihm wurde das Gebäude verewigt, das der Gesellschaft 1955 den Namen gegeben hat, die Morsbacher Burg, wie sie 1910 an der oberen Gouleystraße gestanden hatte.

Die ersten Exemplare gebührten den Repräsentanten des düvelstädtischen Karnevals, die den jubilierenden Burggrafen ihre Aufwartung machten, unter ihnen das proklamierte Bardenberger Prinzenpaar, Hans-Georg I. und Elke I., das Mariechen Vanessa mit einem flotten Tänzchen zum Geschenk machte. Einen Angriff auf die Lachmuskeln startete der „Oecher Wirt” (Michael Radermacher), der kräftig auf die Alemannia-Fan-Trommel schlug. Musikalisch auf Tour brachte Andreas Jahn an der Hammondorgel die Geburtstags-Gesellschaft.