Würselen: Burg-Bühne bleibt weiter im Rampenlicht

Würselen: Burg-Bühne bleibt weiter im Rampenlicht

Jetzt bekommt die Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) im Drama ums Zeltdach von Burg Wilhelmstein quasi eine tragende Rolle. Und zügig soll sie nun den Aufsichtsrat auf den (Spiel-)Plan rufen und entscheidungsreife Vorschläge unterbreiten, damit der Wetterschutz zur Eröffnung der Open-Air-Saison Ende Mai fix und fertig zur Verfügung steht.

Für die nächste Winterpause könnte die Konstruktion sogar mit Frostschutz ausgestattet sein. Kurz vor dem Jahreswechsel war das alte Dach unter der Schneelast zusammengebrochen.

Nachdem der Stadtrat sich in einem Grundsatzbeschluss für den Aufbau des Zeltdachs unter der Federführung der stadteigenen Tochtergesellschaft ausgesprochen hat, kann nun hinter den Kulissen endlich weiter am Programm für die kommende Saison gewerkelt werden. Künstler, Technik und Publikum werden also auch in diesem Sommer nicht im Regen stehen. Das bedeutet Planungssicherheit. Programm-Macher Uli Pesch kann also weitere Verträge mit Künstlern unter Dach und Fach bringen. Zehn Termine sind bereits fest gebucht.

„Wir trauen uns das zu, wissen aber auch um die Schwierigkeit dieser Aufgabe”, betonte SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen vor dem Stadtrat. Seit 2003 firmiert die Kulturstätte Burg Wilhelmstein unter dem Dach der SEW. Seinerzeit hatten Kulturausschuss und Rat vertraglich mit der SEW vereinbart, dass die Freilichtbühne samt Zeltdach der stadteigenen Gesellschaft zur Bewirtschaftung überlassen wird.

Rund 72.000 Euro Dachabgabe müssen nach dem Schadensfall im Haushalt außerplanmäßig abgeschrieben werden. 50 Cent pro Ticket führte bislang die SEW an die Stadtkasse ab. Im positiven Sinne kann Bürgermeister Arno Nelles hingegen Signale potenzieller Sponsoren verbuchen. Von „nennenswerten Beträgen”, die in Aussicht gestellt worden seien, berichtete er dem Rat.

Sprecher aller Fraktionen bedauerten den Dachschaden und würdigten die Burg als kulturelles Aushängeschild der Stadt und somit als bedeutenden „weichen Standortfaktor”. Für SPD-Fraktionsvorsitzenden Stefan Mix (SPD) stand fest: „Wir sind der Meinung, dass das Zelt aufgestellt werden muss.”

CDU-Fraktionschef Karl-Jürgen Schmitz hatte beantragt, dass der bis zu 200.000 Euro Aufbau des Zelts unter der Regie der SEW vonstatten gehen soll. Schmitz: „Die Diskussion um das Zeltdach bewegt die Stadt seit Wochen, ob der Zusammenbruch hätte verhindert werden können, wird sich wohl nicht klären lassen. Jetzt heißt es, nach vorne zu blicken.” Er berichtete von langen Diskussionen in der Kooperation aus CDU, FDP und Grünen im Vorfeld.

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir uns einen Bärendienst erweisen, wenn wir das Dach nicht aufbauen”, sagte Schmitz. Er gab zu bedenken, dass der Regenschutz nicht nur für Burgbesucher und Bühnentechnik von Bedeutung sei, sondern auch dem Schallschutz für die Anwohner diene. Steuerliche Vorteile seien nur durch eine Finanzierung über die SEW geltend zu machen. Auch Finanzierungsbeiträge von Sponsoren seien eben nur bei diesem Konstrukt möglich.

Sowohl für Renate Knauf (Grüne) als auch Hans Carduck (FDP) war es wichtig, dass die Refinanzierung des Dachs durch eine Erhöhung der Abgabe je Ticket von 50 Cent auf einen Euro gewährleistet werde. Bei einer angenommenen Lebensdauer des Dachs von zehn Jahren sei dies eine realistische Planung. UWG-Fraktionsvorsitzender Walter Quadflieg verhehlte nicht, dass „der Wiederaufbau des Dachs kontrovers in unseren Reihen diskutiert worden ist”. Mehrheitlich habe sich die UWG aber dafür ausgesprochen, zumal das Finanzierungsmodell, wie stets gefordert, außerhalb des städtischen Haushalts realisiert werde.