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Alsdorf: Burg Alsdorf: Die Wogen glätten sich wieder

Alsdorf : Burg Alsdorf: Die Wogen glätten sich wieder

Der jüngste Mitgliederbrief der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Alsdorf-Burg hat hohe Wellen geschlagen. AWO-Chef Franz-Josef Gehrke hatte die Sorge geäußert, dass mit Übertragung der Alsdorfer Burg an die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (GSG) der Bestand der AWO-Begegnungsstätte gefährdet sei.

SPD-Ratsfaktion und CDU-Stadtverband reagierten schnell und glätteten die Wogen. Am Verbleib der AWO in der Burg werde auf keinen Fall gerüttelt, lautet die aktuelle politische Botschaft. Der AWO-Vorstand hatte im Mitgliederbrief die aufgekommene Unruhe unter den Mitgliedern aufgegriffen. Viele glaubten den Versprechungen der Politiker nicht, die AWO werde auch nach Übertragung der Burg an die GSG nicht aus der Burg vertrieben.

Grund dafür waren öffentliche Äußerungen, es werde über eine gehobene Gastronomie in der Burg nachgedacht. „Das kennen wir von 1995”, erinnerte Franz-Josef Gehrke. Nach der damaligen Kommunalwahl seien dieselben Worte gefallen. Ein Gastronom habe schon gemeinsam mit dem damaligen FOGA-Geschäftsführer die Räume der AWO in der Burg inspiziert.

„Wir haben uns in der Vergangenheit dagegen erfolgreich gewehrt und mit vielen Alsdorfer Seniorenvereinen öffentlich Druck gegen den drohenden Rauswurf der AWO erzeugt”, sagt Franz-Josef Gehrke. Das und die erheblichen Kosten aufgrund der Denkmalschutzauflagen hätten seinerzeit die hochfliegenden Pläne und das Ende der Begegnungsstätte verhindert.

„Es ist doch kein Wunder, dass bei uns alle Alarmglocken schrillen, wenn jetzt die alten Gastronomiepläne schon wieder durch die Presse geistern”, begründet der AWO-Chef den jüngsten Mitgliederbrief. Den haben auch Gustl Rinkens, SPD-Fraktionsvorsitzender, und Bernd Mortimer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, erhalten. Beide sind Mitglieder des AWO-Ortsvereins Alsdorf-Burg.

Sie suchten den Kontakt und betonten im Gespräch mit Gehrke den hohen Stellenwert der von der AWO praktizierten Sozialarbeit, die durch die Stadt Alsdorf nicht erbracht werden könne. Rinkens war von einem ehemaligen AWO-Vorstandsmitglied über den alten Überlassungsbeschluss des Stadtrates informiert worden.

Die Räumlichkeiten in der Burg sollten der AWO als Ausgleich für die während der Nazi-Diktatur erlittene Enteignung und anschließende Zerstörung des Vereinsbesitzes nutzen. „Dieses Schicksal verbindet meine Partei und die Arbeiterwohlfahrt”, unterstrich Rinkens.